Apple-Manager: Arbeit an Apple Maps "hört nie auf"
Der iPhone-Hersteller hat aus dem anfänglichen Flop bei der hauseigenen Karten-App laut eigenen Angaben viel gelernt. Geld verdient er mit dem Google-Maps-Konkurrenten nicht.
Apple Maps auf dem iPhone.
(Bild: Apple)
Die vielen Bugs und Probleme, die Apple Maps bei seiner Einführung im September 2012 noch hatte, sind längst zum Meme geworden – und sorgten einst dafür, dass sich Konzernchef Tim Cook höchstpersönlich entschuldigen musste. Die zuständigen Apple-Manager Eddy Cue (Senior Vice President of Internet Software and Services) und Craig Federighi (Senior Vice President of Software Engineering) äußerten sich nun in einem Interview mit dem US-Wirtschaftsmagazin Fast Company dazu, was das Unternehmen aus dem anfänglichen Flop seiner Karten-App gelernt hat.
"Komplexität unterschätzt"
Apple habe zum damaligen Zeitpunkt die Komplexität des Produktes "vollkommen unterschätzt", so Cue. "Alle Straßen sind bekannt, wo ist das Problem! Alle Restaurants sind bekannt. Es gibt Yelp und Open Table, die haben alle Adressen. Die Post wird doch geliefert, UPS hat alle Adressen. Die Post kommt an. FedEx[-Pakete] kommen an. Wie schwer kann das alles sein?" Apple habe schließlich realisiert, wie wichtig es sei, die Datenqualität bei der Karten-App zu prüfen. Daran habe man sehr stark gearbeitet.
Anstrengungen verdreifacht
Man habe die Anstrengungen verdreifacht und dabei "enorm viel" gelernt, so Federighi. Die Arbeit des Maps-Entwicklerteams habe sich total verändert. Heute seien nur noch Apple und Google signifikant im Kartengeschäft tätig, zudem TomTom und Nokia – womit die Apple-Manager wohl Here Maps meinen, das mittlerweile einem Konsortium von deutschen Autokonzernen gehört. Die Arbeit an Maps "hört nie auf". Apple setzt unter anderem auf Daten von Kunden, die Einträge selbst korrigieren können, diese würden dann aber überprüft – gegebenenfalls auch vor Ort.
Zentrale Organisationsstruktur
Geld verdient Apple mit seiner Karten-App dagegen nicht – während Google seinen eigenen Maps-Dienst auch zum Ausspielen von Werbung verwendet. Federighi zufolge sieht Apple seinen Kartendienst als Plattform. "Darauf bauen viele unserer Entwickler auf." Der Kartendienst sei eine zentrale Organisationsstruktur für die "Echtwelt, mit der man interagiert". Die Maps-App selbst sei nur einer von vielen Clients, die die Infrastruktur nutzen. (bsc)