Wie man Autos grüner machen könnte
Die Amerikaner lieben große Autos. Hersteller wie General Motors wollen die benzinfressenden Riesen mit leichteren Bauteilen klimafreundlicher gestalten.
- Jamie Condliffe
So angenehm sich schwere und komfortable Fahrzeuge auch bewegen lassen – Pick-ups oder Full-Size-SUVs, wie sie in den USA so beliebt sind – verbrauchen viel und stoßen noch mehr CO2 aus. Zwar verkaufen sich Hybrid-Autos und vollelektrische Vehikel immer besser. Das Klimaproblem lösen sie aber auf Dauer nicht – und in der Produktion sind sie teurer als konventionelle Wagen.
Amerikanische Autohersteller versuchen nun mit neuen Methoden, die Effizienz ihrer beliebtesten Modelle zu steigern. Dazu sind sie auch gezwungen: 2011 verkündete US-Präsident Barack Obama ein Abkommen mit 13 Herstellern, laut dem der durchschnittliche Verbrauch bis 2025 auf 4,3 Liter pro 100 Kilometer sinken soll. Doch der niedrige Ölpreis und die starken Verkäufe von Trucks lassen dieses Ziel höchst ambitiös erscheinen. Glaubt man jüngsten Untersuchungen der Regierung, werden wohl höchstens 4,7 Liter erreicht – wie erwähnt im Durchschnitt.
Fahrzeugtechnik soll am Gewicht drehen
Einer der Ansätze zu weniger Benzin- und Dieselverbrauch ist die Reduktion des Fahrzeuggewichts. Dazu werden gerne Alu, Magnesium oder Kohlefaserelemente verbaut. Nun kommt eine weitere Methode hinzu: Spezialklebstoff, wie man ihn sonst nur aus dem Flugzeugbau kennt.
Verwendet wird selbiger unter anderem bei der General-Motors-Marke GMC. Deren Acadia für das Modelljahr 2017 nutzt einen Klebstoff um den Fahrschemel zusammenzuhalten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Nieten oder dem Punktschweißen wird dabei die ganze Naht einer Verbindung zusammengehalten, was die Steifheit der Karosserie erhöht. Das erlaubt es wiederum, dünneren Stahl zu verbauen. Zusammen mit weiteren gewichtssparenden Maßnahmen speckte der Acadia so fast 320 Kilo ab.
Ein anderer Trick ist das Verbauen eines effizienteren Bordnetzes. Die meisten nichtelektrischen Fahrzeuge nutzen derzeit 12 Volt, doch ab 2017 wird es erstmals 48-Volt-Systeme geben. Das erlaubt es, energiesparende Methoden einzusetzen, wie man sie von Hybridfahrzeugen kennt – ohne die hohen Kosten.
Tipps und Tricks bei der Produktion
Audi wird in seinem SQ7 beispielsweise ein 48-Volt-Bordnetz nutzen, um eine Turbine anzutreiben, die mehr Luft in den Motor bläst, um schnell mehr Leistung abzurufen. Ein Ford-Focus-Prototyp verwendet eine ähnliche Stromversorgung, um das Drehmoment zu verbessern, was die Beschleunigung erhöht.
Pläne wie diese haben zwar nicht die große emissionssenkende Kraft wie der Umstieg auf einen komplett elektrischen Motor oder ein Hybrid-System, wie man es aus Toyota Prius und Co. kennt. Doch sie lassen sich deutlich leichter in bestehende Baureihen integrieren, die die Kunden jetzt schon in hoher Zahl kaufen. (bsc)