Zahlen, bitte! 238,5 Millionen Kilometer durchs All

Keine bemannte Raumfähre hat mehr Kilometer abgerissen und keines ist häufiger im All gewesen als das Space Shuttle "Discovery".

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Zahlen, bitte! 238,5 Millionen Kilometer durchs All
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Zahlen, bitte!
Bitte Zahlen

In dieser Rubrik stellen wir immer dienstags verblĂĽffende, beeindruckende, informative und witzige Zahlen aus den Bereichen IT, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik und natĂĽrlich der Mathematik vor.

Diesmal feiern wir in "Zahlen, bitte!" den Geburtstag der dienstältesten Raumfähre der Geschichte: Heute vor 32 Jahren hob das Space Shuttle "Discovery" um 12:31 Uhr UTC zu seinem Erstflug vom Kennedy Space Center ab und kehrte am 5. September 1984 um 13.37 Uhr (sic!) wohlbehalten zurück.

In den folgenden Jahren erwies sich die Discovery als wahres Arbeitstier: Sie absolvierte mit 39 Einsätzen die meisten der insgesamt 135 Shuttle-Missionen und legte dabei eine Strecke von 238,5 Millionen Kilometern zurück. Das würde prinzipiell für über 300 Reisen zum Mond und zurück oder immerhin eineinhalb mal zur Sonne reichen.

Tatsächlich enfernte sich die Discovery bei ihren Flügen jedoch nie weiter als etwa 600 Kilometer von der Erdoberfläche. Der enorme Kilometerstand kommt vor allem durch die Zahl der Erdumrundungen zustande. Bei den 80 Umrundungen der Mission STS-31 dürften es rund 3,5 Millionen Kilometer gewesen sein. Insgesamt war die Discovery 365 Missionstage im All.

Space Shuttle "Discovery" – ausgewählte Missionen (8 Bilder)

Die Discovery eingerahmt von den "Mission Patches" ihrer 39 Missionen.
(Bild: NASA)

Die Hauptaufgabe war der Discovery und anderer Orbiter war es, zivile und militärische Satelliten auszusetzen, Experimente in der Schwerelosigkeit durchzuführen sowie Versorgungsflüge und Reparaturmissionen durchzuführen. Dazu zählten einige bemerkenswerte Einsätze. So setzte die Discovery 1990 bei der oben erwähnten Mission STS-31 das Hubble Space Telescope in 611 km Höhe aus. Im Februar 1995 führte die Discovery bei Mission STS-63 das erste Rendevous einer US-Raumfähre mit der russischen Raumstation Mir durch. Damals steuerte erstmals eine Frau ein Space Shuttle, die spätere Missions-Komandantin Eileen Collins.

Unter dem Motto "Return to Flight" markierte der Start zu Mission STS-114 im Juli 2005 die Wiederaufnahme der bemannten Raumflüge nach dem Unglück der "Columbia", die 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinander brach.

Auch deutsche Astronauten sind in der Discovery mitgeflogen: Ulf Merbold forschte bei seinem zweiten Raumflug im Januar 1992 eine Woche lang an Bord des Orbiters (STS-42). Thomas Reiter nutzt die Raumfähre im Jahr 2006 als Taxi zur International Space Station (STS-121) und wieder zurück (STS-116).

Nach 27 Dienstjahren startet die Discovery am 24. Feburar 2011 zu ihrer letzten Mission, einem Versorgungsflug zur ISS. STS-133 war der drittletzte Shuttle-Flug ĂĽberhaupt. Danach wurde das Space-Shuttle-Programm eingestellt. Heute kann man die Discovery im James S. McDonnell Space Hangar besichtigen.

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(vza)