Mobil-Werbung bringt Alphabet immer mehr ein

Die Google-Holding Alphabet hat im dritten Quartal um ein FĂĽnftel mehr umgesetzt und um ein Viertel mehr Reingewinn macht als vor einem Jahr. Vor allem Googles Erfolge mit der mobilen Suchmaschine lassen den Milliardenstrom anschwellen.

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Viele BuchstabenwĂĽrfel

Per Ende September beschäftigte der Konzern 70.000 Mitarbeiter. Das sind 10.000 mehr, als ein Jahr davor.

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Rund 22,5 Milliarden US-Dollar hat Alphabet im den drei Monaten bis 30. September umgesetzt. Das ist ein Zuwachs von 20 Prozent im Jahresabstand. Von dem Geldgebirge blieben 5,8 Milliarden als Betriebsgewinn (+26%) beziehungsweise 5,1 Milliarden als Reingewinn (+27%). Das geht aus den Donnerstagabend veröffentlichten Finanzzahlen hervor. Das erfolgreiche Quartal war in Alphabets Aktien bereits eingepreist. Sie legten im nachbörslichen Handel um zirka ein Prozent zu.

1957 wĂĽrdigte die sowjetische Post den Schweizer Mathematiker Leonhard Euler.

Bei der Gelegenheit kündigte der Konzern ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Er wird eigene Aktien der C-Kategorie im Gesamtwert von 7.019.340.976,83 Dollar aufkaufen und löschen. Dieser Betrag errechnet sich aus 26, der Zahl der Buchstaben im englischen Alphabet, potenziert mit der Eulerschen Zahl. Das Ergebnis dieser Berechnung wurde mit einer Million multipliziert.

Einen Zeitplan für die Rückkäufe gibt es nicht. Die C-Aktien gewähren kein Stimmrecht, im Unterschied zu den A- und B-Aktien. Durch die stille Dividende wird die C-Aktie erstmals so eine Art Vorzugsaktie des Konzerns. Eine Bardividende zahlt Alphabet ja nicht.

Dieser Quartalsbericht ist der vierte unter dem Banner Alphabets. Vor gut einem Jahr war der Google-Konzern umstrukturiert worden. Das Kerngeschäft blieb bei Google, das unter das Dach einer Holding namens Alphabet gestellt wurde. Bei Google blieben beispielsweise die Suchmaschine, das Reklamegeschäft, Google Maps, diverse Apps, YouTube und Android, das Cloudgeschäft, Play, sowie die mit diesen Angeboten in Zusammenhang stehende Infrastruktur.

Riskante, auf absehbare Zeit nicht profitable, Projekte wurden aus Google herausgenommen und werden seither als "Sonstige Wetten" berichtet. Dazu gehören etwa Google Fiber, Nest, die selbstfahrenden Autos, Google X, Verily, Ballons und Flugdrohnen, Google Ventures und Google Capital. Die Sonstigen Wetten machen im Vergleich zu Google keine nennenswerten Umsätze. Die Verluste schwanken von Quartal zu Quartal, was aber kaum Aussagekraft hat.

Googles Quartal war auf finanzieller Seite von keinen besonderen Einmaleffekten geprägt. Reklameplätze, die auf Googles eigenen Webseiten verkauft werden, bringen immer mehr ein (+23% auf 16,1 Milliarden Dollar). Die Zahl der bezahlten Clicks ist in einem Jahr um 42 Prozent gestiegen, was den Preisverfall des Durchschnittspreises je Click von 13% mehr als wettgemacht hat.

Alphabet-CFO Ruth Porat

(Bild: Alphabet)

"Wieder einmal war die [im Umfeld von Suchergebnissen auf Handys geschaltete Werbung] der primäre Umsatztreiber", sagte Alphabets Finanzchefin Ruth Porat in einer Telefonkonferenz mit Finanzanalysten Donnerstagabend, "mit anhaltender Stärke bei Youtube und wichtigen Beiträgen von programmatischer Werbung sowie [dem Play Store]."

Die auf fremden Seiten vermittelten Werbeschaltungen sind stabil geblieben (3,7 Milliarden Dollar). Sonstige Einnahmen haben an Bedeutung zugelegt (+39% auf 2,4 Milliarden Dollar). In regionaler Hinsicht berichtet Alphabet nur eine Auffälligkeit: Der Brexit-bedingte Verfall des britischen Pfundes hat die Umsätze in Großbritannien nach Umrechnung in US-Dollar um "nur" fünf Prozent steigen lassen. In Pfund gerechnet gab es auch in dem Königreich ein Plus von 18%.

Natürlich steigen auch Googles Betriebskosten (+20%). Hier schlagen vor allem die Datenzentren sowie Lizenzkosten für Youtube-Inhalte zu Buche. Im laufenden Quartal sollen die Ausgaben für Eigenreklame deutlich steigen. Google möchte seine Pixel-Handys an den Mann bringen.

Auch bei den Investitionen in Sachanlagen spielen Datenzentren die Hauptrolle. Dieser Posten ist um knapp 100 Millionen Dollar auf 2,4 Milliarden Dollar angewachsen. Erwartungsgemäß sind auch Googles Abschreibungen gestiegen, und zwar um 1,2 auf 1,5 Milliarden Dollar.

Alphabets Geldspeicher beinhaltete zum Quartalsende 83,1 Milliarden Dollar. Das sind 4,6 Milliarden mehr als zu Beginn des Quartals. Etwa 50 Milliarden dieser Geldreserven hält Google außerhalb des Heimatlandes, weil die USA ausländische Gewinne bei Rückführung ins Inland noch einmal besteuern würden. (ds)