Kohlendioxid-Konzentration ĂĽberschreitet wichtige Grenze

Das vergangene Jahr über hat die Konzentration von Kohlendioxid in der Erdatmosphäre im Durchschnitt erstmals 400 Parts per Million erreicht. Das ist eine unschöne Premiere – und dürfte jetzt viele Generationen lang so bleiben.

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Von
  • Jamie Condliffe

Es gibt offizielle Nachrichten über die Konzentration von Kohlendioxid in der Erdatmosphäre im vergangenen Jahr, und sie sind nicht gut.

Wie das Treibhausgas-Bulletin der World Meteorological Organization (WMO) zeigt, war 2015 das erste Jahr, in dem der durchschnittliche Kohlendioxid-Gehalt rund um die Welt den Wert von 400 Parts per Million erreicht hat. Zum Teil lag das Überschreiten dieser Grenze laut der WMO an El Niño. Dieses Klimaphänomen habe die „Kapazität von 'Senken' wie Wäldern, Vegetation und Meeren zum Absorbieren von Kohlendioxid verringert“.

Doch selbst wenn diese Senken später wieder mehr Kohlendioxid aufnehmen können, so warnt der WMO-Generalsekretär Petteri Taalas, werden die Emissionen verringert werden müssen. „Das E-Niño-Phänomen ist verschwunden. Der Klimawandel nicht“, erklärte er. „Wenn wir die Kohlendioxid-Emissionen nicht angehen, können wir den Klimawandel nicht angehen und den Temperaturanstieg nicht auf weniger als 2 Grad oberhalb der vorindustriellen Zeit begrenzen.“

Der Wert von 400 Parts per Million hat vor allem symbolische Bedeutung: Die Kohlendioxid-Konzentration entscheidet nicht allein darĂĽber, wie sehr die globalen Temperaturen ansteigen, was das Hauptproblem des Klimawandels darstellt. Doch Kohlendioxid spielt eine wichtige Rolle, und das Ăśberschreiten der Grenze ist fĂĽr UmweltschĂĽtzer wie Politiker gleichermaĂźen bedeutsam.

Leider ist es nicht die erste schlechte Nachricht über die Kohlendioxid-Konzentration aus der jüngeren Vergangenheit: Nicht einmal in diesem September ist sie unter 400 Parts per Million gesunken, obwohl dieser üblicherweise der Monat mit der geringsten Konzentration ist. Nach Messungen der Beobachtungsstation in Mauna Loa auf Hawaii ist dies, wie in dem neuesten Bericht erwähnt wird, auch für den Rest dieses Jahres nicht mehr zu erwarten.

Tatsächlich sagt die WMO sogar voraus, die Kohlendioxid-Konzentration werde von nun an für „viele“ Generationen nicht mehr unter 400 Parts per Million sinken. „Mit dem Pariser Klimaabkommen hat das Jahr 2015 ein neues Zeitalter des Optimismus und der Maßnahmen gegen Klimawandel eingeläutet“, sagte Taalas. „Doch es wird auch dadurch Geschichte machen, dass es den Auftakt zu einer neuen Realität des Klimawandels mit rekordhohen Konzentrationen an Treibhausgasen markiert hat.“

Immerhin kann das Pariser Klimaschutzabkommen jetzt offiziell in Kraft treten, nachdem es mittlerweile von der dafür erforderlichen Zahl von Ländern mit entsprechend hohen Emissionen ratifiziert wurde – gerade noch rechtzeitig, wie zu hoffen ist.

(sma)