Alcatel erwartet gute Geschäfte mit UMTS-Infrastruktur
Der französische Elektronikkonzern Alcatel will in Deutschland die Infrastruktur für mindestens zwei UMTS-Mobilfunknetze liefern.
Der französische Elektronikkonzern Alcatel will in Deutschland die Infrastruktur für mindestens zwei UMTS-Mobilfunknetze liefern, erklärte der neue Vorstandschef der deutschen Tochter Alcatel SEL, Andreas Bernhardt. Mit drei Bewerbern für die Lizenzen der dritten Mobilfunkgeneration habe Alcatel bereits intensive Gespräche über eine künftige Zusammenarbeit geführt. Das Unternehmen bietet Komplettlösungen für Finanzierung und Aufbau der neuen Netze an. Bernhardt erwartet für Alcatel über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren Erlöse in Höhe von rund einer Milliarde Euro (zwei Milliarden Mark) pro UMTS-Netzausstattung.
Alcatel teste bereits Standorte für Antennen des UMTS-Netzes, sagte Bernhardt. Der Vorstandschef rechnet nicht damit, dass die mobilen Internet-Dienste der Zukunft in Deutschland flächendeckend angeboten werden. "Das wäre für die Netzbetreiber zu teuer", sagte Bernhardt. Der Schwerpunkt werde auf Ballungszentren und ausgewählten ländlichen Gebieten liegen. Die deutschen Lizenzen für den Mobilfunkstandard UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) werden ab dem kommenden Montag in Mainz versteigert.
Alcatel will sich im Wettbewerb mit Angeboten aus einer Hand für Aufbau, Betrieb und Service von Mobilfunknetzen gegen Konkurrenten durchsetzen. "Die Telekommunikation ist an allen Geschäftsprozessen der Zukunft wesentlich beteiligt", sagte Bernhardt. Die stärkere Ausrichtung auf neue Technologien werde den Rückgang im traditionellen Geschäft mit Vermittlungstechnik aufheben. Für 2001 rechnet Bernhardt daher mit einer konstanten Mitarbeiterzahl, betriebsbedingte Entlassungen seien nicht geplant. Die Alcatel SEL beschäftigt in Deutschland rund 11.000 Mitarbeiter. (dpa) (jk)