VA Linux will ins Big Business
Wenige Tage nach der Ankündigung von IBM, eine Milliarde Dollar in Linux investieren zu wollen, verkündet VA Linux eine Änderung der Geschäftsstrategie.
Wenige Tage nach der Ankündigung von IBM, eine Milliarde US-Dollar in Linux investieren zu wollen, gibt VA Linux eine Änderung seiner Geschäftsstrategie bekannt. Bislang zielte der Anbieter von Linux-Systemen vor allem auf Internet-Firmen, die mit Linux-Rechnern preiswerte Web- und Mail-Server aufbauen können. Jetzt wolle man sich verstärkt um Unternehmenskunden aus dem "Big Business" bemühen, erklärte VA-Linux-Chef Larry Augustin.
Damit begibt sich die Linux-Firma zwar in direkte Konkurrenz zu etablierten IT-Riesen wie IBM oder Compaq, doch das schreckt Augustin nicht: "Das Engagement von IBM hilft, den Wert von Linux zu belegen, und öffnet Türen für uns." VA Linux werde seine Angebote überarbeiten, da Unternehmenskunden einen höherwertigen Service verlangen als Internet-Startups. IBM hatte in jüngster Zeit mit Shell und Telia zwei große Linux-Geschäfte abgeschlossen.
Die Flaute im Internet-Geschäft hat in den letzten Monaten auch die Kurse der börsennotierten Linux-Firmen in den Keller gezogen, da sie vor allem als Zulieferer in diesem Marktsegment aktiv sind. VA Linux etwa legte vor einem Jahr einen Rekordstart an der Börse hin, bei dem sich die Kurse am ersten Handelstag auf 250 US-Dollar verachtfacht hatten. Seitdem war der Aktienkurs bis auf rund 10 US-Dollar gefallen.
Nach Informationen des Wall Street Journal untersucht die amerikanische Börsenaufsicht inzwischen, ob bei diesem wie auch einer Reihe anderer Börsengänge alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Die Behörden prüfen, ob die betreuenden Banken von ihren Kunden zu hohe Kommissionen für die Zuteilung von Aktien bei der Erstemission kassiert haben.
Mittlerweile scheint es mit den Linux-Kursen allerdings wieder aufwärts zu gehen: Die Ankündigung von IBM brachte Firmen wie VA Linux, Red Hat und Caldera Kursgewinne zwischen 10 und 30 Prozent. (odi)