Hate Speech: Werbedienstleister AppNexus setzt Breitbart auf Blacklist

Der große Anzeigendienstleister AppNexus will keine Werbung mehr für die rechte Website vermitteln, die in enger Verbindung mit dem künftigen US-Präsidenten Trump steht.

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Hate Speech: AppNexus setzt Breitbart auf Blacklist
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Von
  • Torsten Kleinz

Der einflussreiche Werbedienstleister AppNexus hat seine Verbindungen zur umstrittenen rechtskonservativen Website Breitbart.com gekappt, berichtet die US-Nachrichtenagentur Bloomberg. Als BegrĂĽndung gibt das Unternehmen an, dass das Nachrichtennetzwerk Hassreden verbreite.

"Wir haben Breitbart manuell ausgewertet und kamen zum Schluss, dass es genug Artikel und Überschriften gibt, die die Linie zur Hassrede überschreiten – teils ganz offensichtlich, teils versteckt", zitiert Bloomberg einen Sprecher von AppNexus. Breitbart widerspricht jedoch: "Wir haben immer Rassismus und Fanatismus immer widersprochen und werden es auch weiterhin tun", erklärt Breitbart-Chef Larry Solov.

Breitbart gilt als Keimzelle der so genannten "Alt-Right-Bewegung", die besonders im US-Wahlkampf rapide an Bedeutung gewann. Der künftige US-Präsident Donald J. Trump hat den ehemaligen Breitbart-Chef Steve Bannon in der vergangenen Woche zu seinem Chefstrategen im Weißen Haus ernannt. Alt-Right-Aktivisten machten am vergangenen Wochenende auf sich aufmerksam, als sie den Sieg Trumps mit Sieg-Heil-Rufen feierten.

Zur Redaktion von Breitbart gehört unter anderem der Troll Milo Yiannopoulos, der im Juli von Twitter dauerhaft gesperrt wurde. In einem Interview mit der New York Times hat sich Trump mittlerweile von dieser Bewegung distanziert, bezeichnet Breitbart aber als Nachrichtenorganisation, die zwar konservativer sei als die New York Times, aber sich sonst nicht prinzipiell von anderen Medien unterscheide.

Die Kündigung der Zusammenarbeit macht es den Betreibern von Breitbart schwerer, Werbung für ihre Website zu verkaufen: AppNexus ist Betreiber einer der wichtigsten Marktplätze für Online-Anzeigen. Nach Unternehmensangaben wird hier jährlich Werbung im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar gebucht.

In der vergangenen Woche hatten Google und Facebook angekĂĽndigt, Websites aus ihren Werbenetzwerken auszuschlieĂźen, die gezielt Falschmeldungen verbreiten. Dem Bann gegen Breitbart haben sich die Internetkonzerne aber nicht angeschlossen. Ihr Augenmerk liegt auf Websites, die im US-Wahlkampf soziale Medien wie Facebook mit gezielten Falschmeldungen ĂĽberfluteten. (mho)