Apple-Chef erwägt rechtliche Schritte gegen Einreiseverbote der Trump-Regierung

Laut Tim Cook übt der Konzern Druck auf hohe Mitarbeiter des Weißen Hauses aus, um das Dekret des neuen US-Präsidenten zu stoppen. Es verbietet die Einreise von Flüchtlingen und Personen aus sieben vor allem muslimischen Ländern.

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Tim Cook

Apple-CEO Tim Cook.

(Bild: dpa, Monica Davey)

Lesezeit: 2 Min.

Apple-Konzernchef Tim Cook hat sich in einem Interview besorgt über das Einreiseverbot der Trump-Regierung für Flüchtlinge und Personen aus sieben hauptsächlich muslimischen Ländern gezeigt. In dem Gespräch mit dem Wall Street Journal kündigte der CEO des iPhone-Produzenten an, man prüfe "rechtliche Schritte" gegen das Dekret des neuen US-Präsidenten. "Hunderte Apple-Mitarbeiter" seien von der Regelung, die Ende letzter Woche in Kraft getreten war, betroffen.

Personen mit Pässen aus Irak, Iran, Somalia, Sudan, Yemen sowie Libyen werden für 90 Tage nicht mehr in die US gelassen – Syrer sogar unbeschränkt. Zudem wurde für 120 Tage ein Einreisestopp für jegliche Flüchtlinge verhängt. Cook hatte zuvor in einer E-Mail an Mitarbeiter betont, die Maßnahme der Trump-Regierung sei eine "Politik, die wir nicht unterstützen".

Der Apple-Chef kündigte in dem Interview an, man werde weiterhin Druck auf das Weiße Haus ausüben und sei in Kontakt mit "sehr, sehr hoch angesiedelten Personen im Weißen Haus". Man teile diesen mit, wie wichtig es sei, das Trump-Dekret zurückzunehmen, "nicht nur für Apple, sondern für das Land". Amerika sei deshalb stark, weil es einen Einwandererhintergrund habe – sowie die Kapazität und Fähigkeiten, Menschen aller Arten aufzunehmen. "Das macht uns speziell", so Cook. "Wir müssen innehalten und das sehr tief durchdenken."

Der Apple-CEO war in der vergangenen Woche in Washington unterwegs gewesen und hatte unter anderem mit der Trump-Tochter Ivanka und ihrem Mann Jared Kushner gespeist – letzterer ist auch ein wichtiger Berater des neuen US-Präsidenten. Das Dinner fand allerdings noch vor dem neuen Trump-Dekret statt.

Cook machte keine näheren Angaben, wie die rechtlichen Schritte Apples gegen die US-Regierung aussehen könnten. Verschiedene IT-Konzerne wie Amazon, Twitter, Google und Netflix hatten sich gegen die Regelung ausgesprochen, einige wollen aktuell laufende Klagen zudem unterstützen. Eine US-Richterin hatte das Einreiseverbot bereits teilweise zurückgenommen.

Mehr zum Thema Apple unter der Präsidentschaft Donald Trumps lesen Sie in einem ausführlichen Report in Mac & i Heft 01/2017. (bsc)