Wochenrückblick Replay: Taschenrechner-Kartell, IKEA-Lampen, HTTPS

Ein derber Kommentar gegen veraltete Schul-Hardware, smarte Lampen des Möbelriesen analysiert und gepimpt sowie eine Mahnung an die Hersteller von Antiviren-Software: Die Top-Meldungen der Woche.

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IKEA-Trådfri-Lamp
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Veraltet und überteuert: Aktuelle Schultaschenrechner-Modelle.

Tim Gerber hat die Nase voll von überteuerten und veralteten Schultaschenrechnern. Als Hauptgrund sieht er, dass sich nur zwei Hersteller den Markt aufteilen und dabei kräftig absahnen. Er findet, dass das "Taschenrechner-Kartell" zerschlagen gehört und die Marktwächter vom Bundeskartellamt den "Innovationsbremsern" mal Dampf machen sollte – Thesen, die sehr angeregt diskutiert wurden. "emmele" etwa beschreibt als Lehrer, wie es anders geht: Billigtaschenrechner für alle und Laptopklasse als Option.

Im April sollen die Trådfri-Lampen bei IKEA verfügbar sein.

Helga Hansen hat sich die Zigbee-vernetzten Lampen von Ikea genauer angeschaut, die im April zu kaufen sein werden. Und sie wäre keine Make-Redakteurin, wenn sie sie nicht auch ein wenig gepimpt hätte. Sie zeigt, wie man die Lampen mit einem selbstgebauten Gateway in die eigene Heimautomation integriert.

Antiviren-Software und Firmen-Proxies terminieren häufig die TLS-Verschlüsselung, um den Inhalt unter anderem auf Schad-Software untersuchen zu können. Mit anderen Worten: Sie unterbrechen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das tun sie zwar in guten Absicht, in vielen Fällen verschlechtern sie die Sicherheit dadurch aber massiv. Heise Security zitiert eine Studie, die die Auswirkung der Überwachung von gesicherten HTTPS-Verbindungen genauer beleuchtet.

Der Mars-Rover Curiosity hat Überreste einer einstigen Seenlandschaft gefunden. Aber seine Analysen legten gleichzeitig auch nahe, dass es auf dem Mars nie die klimatischen Verhältnisse gab, die flüssiges Wasser ermöglichten. Die Wissenschaftler stehen vor einem Dilemma und diskutieren nun verschiedene Erklärungsansätze.

Ein See auf dem Mars (8 Bilder)

Ein Simulation des Sees im heutigen Krater Gale
(Bild: NASA/JPL-Caltech/ESA/DLR/FU Berlin/MSSS )

Die US-Regierung möchte Ihr Facebook-Passwort haben – sofern Sie eine Reise in die USA planen und ein Visum beantragen. Und die Passwörter für andere soziale Medien auch. US-Heimatschutzminister John Kelly erklärte in einer Anhörung vor dem Kongress, die Überprüfung der Internetaktivitäten könne Teil eines Maßnahmenpakets für die schärfere Überprüfungen von Besuchern sein, mit der auf mögliche Bedrohungen reagiert werden solle. Derzeit sei das nur ein Gedankenspiel, aber die bisherigen Einreisebestimmungen sind seiner Meinung nach zu unsicher und ineffektiv. Forist BearKnuckle malt sich bereits ein zukünftiges Gespräch bei der Einreise aus.

Auslaufmodell: Das Maskottchen des LiMux-Projekts.

Das ambitionierte LiMux-Projekt der Stadtverwaltung München wird schneller abgewickelt, als bisher abzusehen war. Das geht aus einem Antrag der in München regierenden Stadtratsfraktionen von CSU und SPD hervor. Demnach dürfte das Open-Source-System LiMux nur noch für eine Zwischenphase als Nischenprodukt genutzt werden. Damit wäre ein langjähriges Prestigeprojekt für Linux und freie Software in der Verwaltung endgültig beendet.

Anas M. gegen Facebook Ireland Limited: In einem vielbeachteten Prozess wird derzeit die Frage geklärt, ob und in wie weit Facebook für fremde Postings verantwortlich ist. Der Syrer M. wurde durch sein Selfie mit Bundeskanzlerin Merkel bekannt. Auf Facebook wurden zwei Bilder von M. ohne dessen Zustimmung in Verbindung mit Terroranschlägen und Straftaten gebracht und verbreitet. Muss Facebook so etwas verhindern? Beide Parteien scheinen entschlossen, dieses Verfahren bis zum Ende auszufechten. (jo)