Netzneutralität: Snapchat warnt vor dem Ende der Open-Internet-Direktive

Snapchat will an die Börse – und hat im Rahmen seines Prospekts davor gewarnt, dass ein Ende der Netzneutralität sein Geschäft gefährden könnte.

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USA: Bilderdienst warnt vor Ende der Open-Internet-Direktive
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Snapchat gilt als aufstrebende Firma, die gerade große Konkurrenten wie die Facebook-Tochter Instagram oder den Kurznachrichtendienst Twitter plattzumachen scheint. Doch auch der Messaging- und Bilderdienst benötigt die Netzneutralität, um konkurrieren zu können. Das lässt sich in einem Filing an die US-Börsenaufsicht SEC nachlesen, welches das Start-up in Vorbereitung seines Börsengangs eingereicht hat, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Snapchat fürchtet Ende der Netzneutralität").

Kleinere Firmen wie Snapchat könnten unter den Internetfirmen sein, die am meisten zu verlieren haben, wenn die Open-Internet-Regeln zurückgefahren werden, die die US-Kommunikationsbehörde FCC formuliert hat. In den SEC-Unterlagen heißt es, eine Änderung oder Zurücknahme der Regelungen führe potenziell dazu, dass "die Möglichkeit der Nutzer, auf Snapchat zuzugreifen, eingeschränkt werde – oder dass Snapchat zu einer weniger attraktiven Alternative gegenüber den Anwendungen unserer Konkurrenten wird".

Natürlich muss eine Unternehmen wie Snapchat, das offiziell nun unter der Bezeichnung Snap Inc. firmiert, in seinen Börsenunterlagen alle nur erdenklichen Risiken nennen. In diesem Fall sind diese aber nicht weit hergeholt. Killt die US-Regierung die Open-Internet-Regeln, könnte ein Mobilfunkanbieter beispielsweise einen Deal mit einem Snapchat-Wettbewerber abschließen, der diesem einen Vorteil verschafft. Das kann ein Zero Rating ebenso sein wie ein beschleunigtes Ausliefern. Die Facebook-Tochter Instagram wildert schon seit längerem in Snapchat-Gefilden und hat mit der "Stories"-Funktion sogar ein zentrales Feature kopiert. Und Facebook hat deutlich mehr Geld, sich mit Mobilfunkanbietern zu arrangieren, als das Snapchat hätte. Da käme ein exklusiver Deal gerade recht.

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(bsc)