Der Markt für Desktop-Grafikkarten ist im vierten Quartal stark gewachsen, nämlich um 21,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal und um 5,6 Prozent zum vorherigen Quartal. Dies geht aus einer aktuellen Analyse des US-Marktforschungsunternehmens Jon Peddie Research hervor. Chefanalyst Jon Peddie unterstreicht, dass der Desktop-PC-Markt im Jahresvergleich dagegen um 10,9 Prozent gefallen sein. Der PC-Gaming-Markt ist ein wichtiger Wachstumsmotor, laut Peddie sei die Nachfrage nach Gaming-PCs "robust".
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Marktanteile im Q4/2016: AMD gewinnt Anteile, Nvidia bleibt weiter fĂĽhrend.
(Bild:Â JPR)
Wachstumsmotor Gaming
Die statistische Zahl von Grafikkarten pro PC-System (Attach Rate) ist langfristig von 63 Prozent im ersten Quartal 2008 auf 46 Prozent im Q4/2016 gefallen, was mit der zunehmenden Verbreitung von integrierten Grafikeinheiten zusammenhängt. Von 2015 zu 2016 hat die Attach Rate laut Peddie jedoch enorm zugelegt (+36 Prozent). AMD und Nvidia haben in dieser Zeit ihre neuen Grafikchip-Generationen Polaris und Pascal vorgestellt, die jeweils sparsame Grafikkarten mit vergleichsweise hoher 3D-Leistung ermöglichten.
Während AMD mit der Serie Radeon RX 400 eher auf das Mittelklasse-Segment zielte, baute Nvidia seinen Performance-Vorsprung im High End mit der GeForce GTX 1080 und Nvidia Titan X aus, kürzlich kam die GeForce GTX 1080 Ti hinzu. AMD will noch im ersten Halbjahr 2017 konkurrenzfähige High-End-Chips unter der Bezeichnung Vega vorstellen, die entsprechenden Grafikkarten will die Firma als Radeon RX Vega verkaufen. Zuvor soll noch die (Rebrand-)Serie Radeon RX 500 kommen. Auch Prozessoren der Ryzen-Generation werden für zunehmende Käufe von Grafikkarten sorgen, schließlich enthalten diese Prozessoren keine integrierte Grafikeinheit.
Der Absatz von Workstation-Grafikkarten zieht laut Peddie ebenfalls an, nämlich um 19,4 Prozent (Q3/2016) beziehungsweise 19,2 Prozent (Q4/2015).
AMDs Ryzen-Prozessoren enthalten keine integrierte GPU -- das könnte die Grafikkarten-Verkäufe weiter ankurbeln.
(Bild:Â AMD)
AMD gewinnt, Nvidia verliert
Jon Peddie weist in seinem aktuellen Bericht auch die Marktanteile der Grafikkarten-Hersteller aus. 29,5 Prozent der Grafikkarten kommen demnach von AMD; die Firma konnte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um starke 7,9 Prozentpunkte verbessern. Entsprechend verlor Nvidia: Die Anteile des MarktfĂĽhrers rutschten von 78,3 Prozent (Q4/2015) auf 70,5 Prozent (Q4/2016).
Insgesamt seien laut Jon Peddie 44 Millionen Grafikkarten im Jahr 2015 ausgeliefert worden. Das ist weit weg vom Höchststand aus dem Jahr 1999, als 114 Millionen Grafikkarten abgesetzt worden sind. Jon Peddie Research zählt die Entwicklung im Grafikkartenmarkt seit 1987.
(mfi)