Internetnutzung: Frauenanteil wächst stetig
Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung sind mittlerweile 42 Prozent der deutschen Surfer weiblich.
Seit Ende März gibt es neue Ergebnisse der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg zur Internetnutzung in Deutschland. Nach einem Zuwachs von 34 Prozent in den letzten sechs Monaten liegt die Zahl der Internet-Nutzer danach jetzt bei 46 Prozent aller Befragten. Damit wären 24,2 Millionen Bundesbürger zwischen 14 und 69 Jahren online. Der Frauenanteil liegt der Studie zufolge jetzt bei 42 Prozent.
Bereits zum siebten Mal hat die GfK Medienforschung Daten zur Internetnutzung erhoben. Seit 1997 findet diese Struktur-Analyse zur Internetnutzung in halbjährlichem Abstand statt, und zwar im Namen der Auftraggeber-Gemeinschaft GfK Online Monitor. Zu den Auftraggebern gehören unter anderem AOL Deutschland, die Bertelsmann eCommerce Group, die Deutsche Telekom AG und die G+J Electronic Media Service GmbH. Vergleicht man die aktuellen Daten mit bisherigen Ergebnissen, fällt der kontinuierliche Anstieg des Frauenanteils auf. Ende 1997 betrug er nur 29 Prozent, ein Jahr später 31 Prozent und lag Ende 1999 dann bereits bei 39 Prozent.
Im Februar diesen Jahres wurde in einer Studie von Jupiter MMXI einem Frauenanteil von 36 Prozent aller deutschen Surfern berichtet. Aber wenn die absoluten Zahlen sich auch unterscheiden, so ist der Trend zu mehr weiblicher Internetnutzung doch eindeutig. Rein zahlenmäßig haben die Frauen also beinahe mit den Männern gleichgezogen – aber gibt es qualitative Unterschiede in den Surfgewohnheiten? Eine ganze Reihe von Studien und Projekten haben sich mit dieser Fragestellung befasst. Die Ergebnisse dieser Studien sollten Webseiten-Betreiber aufhorchen lassen.
Birgit Kampmann, Leiterin des Projekts "Frauen ans Netz" in Bielefeld, sagt, Frauen seien seltener und kürzer im Internet, gingen dafür aber zielgerichteter auf Informationssuche. Von besonderem Interesse seien Informationen zum Arbeitsmarkt und Serviceangebote, die Zeit sparen helfen. meinte sie in einem Gespräch mit gms/dpa. Auch die Jupiter MMXI-Studie ergab, dass Frauen gezielt nach Informationen zu Reisen, Einkaufen und Karriereplanung suchen. Überdurchschnittlich oft besuchten Surferinnen dieser Studie zufolge die Site des Arbeitsamts.
"Frauen sind eben kommunikativer", so fasst Birgit Kampmann einen weiteren Aspekt spezifisch weiblicher Internetnutzung zusammen. Dies deckt sich mit Ergebnissen des Zukunftsinstituts in Frankfurt. Unter dem Titel "Die Zukunft des Internet" hat Matthias Horx, der Leiter des Instituts, Ergebnisse zu diesem Thema vorgelegt. Demnach beteiligt sich ein Fünftel der deutschen Surferinnen regelmäßig an Chats im Netz.
Um Web-Inhalte auch auf die Bedürfnisse der weiblichen Nutzer besser abzustimmen, sollten mehr Frauen an der Gestaltung von Websites beteiligt sein. Diese Forderung wurde im März auf der internationalen Konferenz "WOW – Woman on the Web" in Hamburg mit Nachdruck vertreten. Dieses Ziel verfolgt auch das Projekt "idee-it" in Bielefeld. In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin sowie Unternehmen, Verbänden und Städten sollen Mädchen und junge Frauen für IT-Jobs gewonnen werden. (dwi)