Witwe von Steve Jobs kauft US-Magazin
"The Atlantic" gehört künftig der Firma Emerson Collective von Laurene Powell Jobs. Das Politikblatt ist 160 Jahre alt.
Powell Jobs 2016 bei einer Rede in Nordafrika.
(Bild: UNclimatechange / Flickr / cc-by-2.0)
Die 53jährige Milliardärin und Steve-Jobs-Witwe Laurene Powell Jobs hat die Mehrheit beim traditionsreichen US-Magazin The Atlantic übernommen. Sie erwarb den Anteil an der Zeitschrift über ihre Firma Emerson Collective. Innerhalb der kommenden fünf Jahre werde Emerson Collective die Zeitschrift vermutlich ganz übernehmen, schrieb David Bradley, Vorsitzender des Unternehmens Atlantic Media, am Freitag an die Belegschaft.
"Laurene fühlt sich unvergleichlich richtig an"
"Auch wenn ich einige Jahre am Ruder bleiben werde, liegt die folgenreichste Entscheidung meiner Karriere nun hinter mir: Wer wird die Verantwortung über dieses 160 Jahre alte nationale Kulturgut übernehmen? Die Antwort in Form von Laurene fühlt sich für mich unvergleichlich richtig an", schrieb Bradley.
Er hatte hatte das Magazin zu Politik, Kultur und Gesellschaft selbst im Jahr 1999 für 10 Millionen Dollar (8,5 Millionen Euro) gekauft. Seine drei Söhne hätten kein Interesse an der Eigentümerschaft eines Medienunternehmens gezeigt, weswegen nun ein Wechsel anstand. Es blieb zunächst unklar, ob und welche Umbaumaßnahmen von Powell Jobs geplant sind. The Atlantic betreibt auch eine erfolgreiche Website mit verschiedenen Nebenprojekten.
Jobs auch an "Mr. Robot"-Firma beteiligt
Laurene Powell Jobs hatte von ihrem im Herbst 2011 verstorbenen Mann Steve Jobs ein Vermögen mit einem Wert von derzeit rund 20 Milliarden US-Dollar geerbt und investiert schon länger im Medienmarkt. Sie ist unter anderem am Filmunternehmen Anonymous Content beteiligt – bekannt unter anderem durch die Hackerserie "Mr. Robot" sowie Hollywood-Streifen. Zudem finanziert sie das Non-Profit-Journalismusprojekt ProPublica mit, das in den vergangenen Jahren einige aufsehenerregende Recherchen veröffentlicht hat. Powell Jobs setzt sich mit ihren Organisationen außerdem für eine Reformierung des US-amerikanischen Schulsystems ein und unterstützt Kinder aus Minderheitenfamilien beim Erreichen eines Hochschulabschlusses.
The Atlantic kam 2016 auf eine Auflage von 509 000 Stück. Dessen Website verzeichnete im Mai 42,3 Millionen Besucher. Jeffrey Goldberg soll weiterhin Chefredakteur des Blattes bleiben, hieß es. Bradley behält zudem einen Minderheitsanteil. (mit Material der dpa) / (bsc)