Smarte Kamera Canary bekommt Zwei-Wege-Kommunikation
Das einstige Indiegogo-Projekt reicht verschiedene lange gewünschte Funktionen nach – allerdings nur für zahlende Mitglieder.
Canary-App auf Apple Watch, iPhone und einem Android-Gerät.
(Bild: Canary)
Der US-Anbieter von Sicherheitskameras Canary hat seine App sowie die Firmware seiner Geräte deutlich aufgewertet. Seit dieser Woche ist es möglich, über die Kamera auch Gespräche mit Personen zu führen, die im überwachten Raum sind. Damit wird erstmals der Lautsprecher der Canary-Geräte für Nutzer zugänglich, der bislang nur für Alarmsignale verwendet wurde.
Neue Firmware, verbesserte App
Damit die neue "Canary Talk"-Funktion verwendet werden kann, muss die App für iPhone, Apple Watch sowie Android-Geräte zunächst auf den aktuellen Stand 2.7.0 gebracht werden. Sie steht im App beziehungsweise Play Store zum Download bereit. Anschließend muss man über das Gerätemenü prüfen, ob auf dem Canary bereits Firmware 2.0.0 läuft. Ist das nicht der Fall, heißt es zunächst warten: Canary verteilt die neue Firmware gestaffelt in dieser Woche an seine Nutzer, dieser Prozess lässt sich leider nicht händisch anstoßen. Ist die neue Firmware auf dem Gerät, taucht die "Canary Talk"-Funktion in der Live-Ansicht der Kamera auf.
Die Zwei-Wege-Kommunikation arbeitet nach dem Push-to-Talk-Verfahren ähnlich wie bei einem Walkie-Talkie: Übertragen wird, während man den Knopf gedrückt hält. Anschließend wartet man auf die Antwort der Person, die vor der Canary-Kamera steht. "Canary Talk" wird zunächst nur für die Original-Canary-Geräte freigeschaltet. Die auch für Außeneinsätze verwendbare zweite Version Canary Flex soll die Funktion im kommenden Monat erhalten.
Web-Interface mit Zugriff auf Feeds
Neben "Canary Talk" gibt es weitere neue Features. So wurde mit Firmware 2.0.0 und App-Version 2.7.0 die Liveanzeige des Videobildes beschleunigt – man muss einige Sekunden weniger warten, bevor die Übertragung startet. Zudem erhält die Canary-Kamera erstmals eine Webanzeige – bislang ließen sich Streams und Aufnahmen nur per App einsehen. Über das Verwaltungsportal kann man direkt auf seine Feeds zugreifen und Aufnahmen im Archiv betrachten. Löschen lassen sich Clips dort noch nicht, das geht weiterhin nur über die App.
Eher unschön an "Canary Talk" und dem neuen Web-Interface: Beide Features bietet der Hersteller nur für zahlende Mitglieder seines "Canary Membership"-Programms an. Dieses kostet mindestens 100 Euro im Jahr für eine einzelne Kamera, bis zu drei Kameras sind für 150 Euro im Jahr nutzbar. Mit "Canary Membership" kommt auch die Möglichkeit, Aufnahmen aus bis zu 30 Tagen einzusehen (sobald der Bewegungssensor angestoßen wird). Ohne Mitgliedschaft geht das nur 24 Stunden lang, wobei sich die Zeit reduziert, je mehr Kameras man hat. Die klassische Canary-Kamera kostet im Online-Handel knapp 160 Euro. Canary hatte mit der Canary Plus auch eine zu Apples HomeKit kompatible Kamera angekündigt, diese ist aber bislang nicht erschienen.
(bsc)