Arbeitsbedingungen von Videospiele-Sprechern: Höhere Bonuszahlungen, mehr Transparenz
Bezüglich des Streiks gewerkschaftlich organisierter Sprecher von Videospielen ist ein Ende in Sicht: Höhere Bonuszahlungen und mehr Vorab-Informationen über die zu vertonenden Spiele sollen die Arbeitsbedingungen verbessern.
Knapp ein Jahr nach der Arbeitsniederlegung gewerkschaftlich organisierter Videospiele-Synchronsprecher ist anscheinend ein Kompromiß mit den Spiele-Publishern gefunden worden. Die Gewerkschaft SAG-AFTRA (Screen Actors Guild‐American Federation of Television and Radio Artists) erklärte in einem Schreiben, dass man sich mit elf Videospiele-Unternehmen unter anderem auf ein neues Bonus-Vergütungssystem geeinigt habe.
Die Bonus-Zahlungen erfolgen bis spätestens zum Marktstart des Spiels und richten sich in ihrer Höhe nach der Anzahl der notwendigen Sprechsitzungen. Die Spanne reicht dabei von 75 US-Dollar für die erste Sitzung und 2100 US-Dollar für zehn Sitzungen. Der Vorsitzende des Verhandlungskommittees, Keythe Farley, erklärte, dass der Streik zu bedeutenden Verbesserungen für die gewerkschaftlich organisierten Sprecher geführt habe. Die Bonuszahlungen seien nun deutlich höher als zum Streikbeginn.
Mehr Transparenz: Infos über Spielenamen, Genre und Co
Neben höheren Bonuszahlungen einigte man sich außerdem auf neue Transparenzregelungen. Häufig erhalten Sprecher keinerlei Informationen über die Spiele, in denen ihre Stimme verwendet wird. Gewerkschaftlich organsierte Sprecher sollen es künftig leichter haben, über ihre Vertreter Informationen über den Spiele- beziehungsweise Codenamen und dem Genre zu erhalten; außerdem über die Frage, ob das Spiel zu einer bereits bekannten Marke beziehungsweise Serie gehört und ob der Sprecher einen schon einmal gesprochenen Charakter vertont. Dazu gehören auch Informationen über Sprechtext mit rassistischen, sexuellen oder gewalttätigen Inhalten.
Gesundheitliche Folgen: Von Stimmverlust bis Bewusstlosigkeit
Die Spiele-Publisher wollen außerdem mit der Gewerkschaft weiterhin über gesundheitliche Folgen der Sprechtätigkeit sprechen, um diese künftig stärker zu berücksichtigen. Die SAG-AFTRA versucht schon länger, die Aufmerksamkeit darauf zu richten, schließlich kann die Sprechertätigkeit zu hohen gesundheitlichen Belastungen führen; etwa zu Bewusstlosigkeit während der Sitzungen, Brechen, zu einem über mehrere Wochen andauernden Stimmverlust, Blutgeschmack im Mund und einem schlimmstenfalls permanenten Verlust des Stimmumfangs.
Die Gewerkschaft wies in ihrer Erklärung darauf hin, dass man die Idee von Strafzahlungen für Sprecher zumindest abwenden konnte, etwa im Falle eines zu späten Erscheinens zu einer Sitzung oder bei Störungen. Die Vereinbarung wird im Oktober vom SAG-AFTRA National Board geprüft. (mfi)