Im Kreis duschen
Das ShowerLoop-Konzept soll es erlauben, mit möglichst wenig Wasser eine adäquate Reinigungsleistung zu erzielen.
Zwar ist der Wasserverbrauch beim kurzen Sprung unter die Dusche im Vergleich zum Vollbad eher moderat. Dennoch geht tagtäglich bei der Körperreinigung viel wertvolles Nass verloren – und sei es nur, weil man aufgrund der aktuellen Hundskälte in Deutschland etwas länger unter dem Brausekopf mit dem warmen Wasser stehen bleibt.
Offen im Netz – für Menschen mit etwas DIY-Erfahrung
Das sollte doch auch nachhaltiger gehen, haben sich nun skandinavische Ökoaktivisten gedacht. Ihr Ziel: So lange duschen, wie man will – mit nur zehn Litern Wasser. Das Ergebnis ist das Open-Source-Projekt ShowerLoop, das aus Finnland kommt. Die Macher um den Bastler Jason Selvarajan haben ihr Konzept inklusive Bauanleitung und Einkaufsliste ins Netz gestellt, so dass jeder es nachbauen kann – in insgesamt zehn Schritten, wenn man etwas handwerkliches Geschick mitbringt. Nur linke Hände sollte man also nicht haben.
(Bild:Â ShowerLoop-Projekt)
Das verwendete Wasser wird ökologischerweise in Echtzeit über mehrere Stufen gefiltert und dann gereinigt – inklusive Sterilisation – zurück zum Duschkopf gepumpt. Dabei soll auch Energie gespart werden, weil das Wasser nicht sofort wieder erhitzt werden muss, da es in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert. Das Motto: "Wasser sammeln, reinigen, sterilisieren und wiederverwenden."
Die Bauteile sind im Baumarkt verfĂĽgbar
Die einzelnen Komponenten über Pumpe, UV-, Kohle- und Sandfilter bis hin zum Thermostat sind regulär im Handel, etwa im Baumarkt oder Sanitärhandel, erhältlich. Das System lässt sich in die meisten vorhandenen Bäder einbauen – wenn es eine Duschwanne gibt, da das verbrauchte Wasser ja irgendwie aufgefangen werden muss, um es zu reinigen und wiederzuverwenden. Das Gesamtsystem wiegt rund 20 Kilogramm.
(Bild:Â ShowerLoop-Projekt)
Alternativ bieten die ShowerLoop-Macher auch eine Duschkabine aus Steckbauteilen an, die allerdings reichlich futuristisch aussieht und optisch sicher nicht in jedes Badezimmer passt. Die simpelste Variante des Systems soll knapp 530 Euro bis 600 Euro kosten, ein vollständiges Kit rund 1500 Euro. Derzeit bastelt das ShowerLoop-Team jedoch noch an einem tragfähigen Geschäftsmodell.
Die Ă–kobilanz sieht gut aus
Selvarajan und sein Team haben errechnet, dass ein Duschdurchgang mit ShowerLoop signifikant weniger Wasser und Energie verbraucht als mit traditionellen Armaturen am regulären Wasserversorgungsnetz. Hier fließen normalerweise schon pro Minute 6 bis 10 Liter über den Benutzer in den Ausguss, macht bei einer 10-minütigen Erfrischung bis zu 100 Liter, ergo viel Wassersparpotenzial.
(Bild:Â ShowerLoop-Projekt)
Der Heizbedarf für die Warmwassergewinnung soll mit ShowerLoop wiederum bei einem Zehntel der Energiemenge liegen, die man normalerweise bräuchte. Das reduziert die Strom-, Gas- oder Erdölrechnung. Die Filter sind zudem laut Selvarajan & Co. sehr haltbar und könnten über ein Jahr genutzt werden, wenn man täglich duscht. Die Flussrate bei vier verbauten Filtereinheiten liegt bei 10 Litern pro Minute.
(bsc)