Größter Werber der Welt steckt 200 Millionen US-Dollar weniger ins Internet
Procter & Gamble hat laut eigenen Angaben 2017 seine Online-Werbeausgaben deutlich zurechtgestutzt. Das Unternehmen hatte zuvor Kritik an der Praxis von Google, Facebook & Co. geübt.
Einige der Marken von P&G.
(Bild: Screenshot pg.com)
Die Marken von Procter & Gamble, einem Konsumgüterriesen mit Hauptquartier in den USA, kennt jedes Kind – sei es nun "Meister Proper", "Pampers" oder "Gillette". Diese Produkte wollen beworben werden und das erfolgte im vergangenen Jahr erstaunlicherweise weniger häufig im Internet, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Digitaler Werbemarkt in Aufruhr"). Der Konzern soll laut dem Wall Street Journal insgesamt 200 Millionen US-Dollar an Online-Werbeausgaben eingespart haben. Betroffen war eine breite Palette von digitalen Medien, aber insbesondere auch große Technikkonzerne wie Google oder Facebook, die den Markt mit Onlinewerbeflächen mittlerweile als eine Art Duopol beherrschen.
Das Management von P&G hatte zuvor Kritik an der Transparenz dieser Werbeumfelder geübt und mehr und besseres Zahlenmaterial verlangt. Das scheint nun vorzuliegen. So erkannte man, dass Anzeigen für P&G-Produkte in Facebooks mobilem Newsfeed nur 1,7 Sekunden lang betrachtet werden – da kommen Werbebotschaften nur schwer rüber. Auf YouTube wirbt P&G wiederum nicht (mehr), weil es dort Probleme mit Terrorvideos gab, vor denen Markenreklame lief. Die Google-Tochter gelobte Besserung und schraubte an den Algorithmen. Zudem soll es Maßnahmen gegen Klickbetrug gegeben haben.
7,1 Milliarden Dollar investierte P&G im letzten Jahr in Werbung für seine Produkte. Die 200 Millionen, die im Internetetat gestrichen wurden, sollen anderweitig verwendet worden sein – etwa im traditonellen TV. Daneben interessiert sich der Konzern für Streamingdienste, die ein besser kontrolliertes Umfeld bieten. Auswirkungen bei den Verkäufen hat das Konsumgüterunternehmen durch die Reduktion der Onlinereklame angeblich nicht gespürt.
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(bsc)