Apple angeblich an Großverlag interessiert
Einem Medienbericht zufolge schnuppert der iPhone-Konzern am Magazinriesen Conde Nast.
Zu Conde Nast gehört auch das "Wired"-Magazin, das 1997 mit einem "Bete für Apple"-Titel aufmachte.
(Bild: Verlag)
Dass sich Apple für die Übernahme eines großen Medienunternehmens interessiert, wurde in der Vergangenheit schon öfter kolportiert – so stand 2016 Wall-Street-Gerüchten zufolge der TV- und Kinoriese Time Warner zumindest kurzzeitig auf der Einkaufsliste des iPhone-Produzenten. Nun machen neue Spekulationen die Runde, laut denen es in Cupertino Interesse an einem großen Magazinverlag geben könnte. Es handelt sich dabei um das für Titel wie "Vogue", "New Yorker" oder "Wired" bekannte Traditionshaus Conde Nast aus New York. (Über ihre Tochter Advance Publications ist Conde zudem größter Aktionär der Internet-Diskussionsplattform Reddit.)
"Luxus-Modeaccessoire"
Wie die britische Zeitung Guardian in dieser Woche meldete, zirkulieren aktuell Spekulationen, laut denen Apple Conde Nast, wo das Geschäft mittlerweile nicht mehr ganz so gut läuft, "teilweise oder ganz" übernehmen könnte. Apple wolle damit noch mehr zu einer Lifestyle- und Inhalte-Marke werden, eine Strategie, die der Konzern mit der Apple Watch als "Luxus-Modeaccessoire" begonnen habe.
Einen (kleinen) Zeh im Magazin-Business hat Apple schon seit diesem Frühjahr. Im März wurde bekannt, dass der Abodienst Texture, der gegen Monatszahlung Zugriff auf diverse bekannte elektronische Zeitschriften bietet, künftig zum iPhone-Imperium gehört. Interessanterweise handelte es sich hierbei um ein Joint-Venture, an dem zuvor auch Conde Nast sowie dessen Konkurrenten Hearst, Meredith, News Corp., Rogers und Time beteiligt waren. Diese versuchten auf diesem Weg, ihren Magazinbestand ins digitale Zeitalter zu retten – augenscheinlich nicht erfolgreich genug, sonst hätte Apple hier nicht zugreifen können. Was Texture gekostet hat, ist unklar.
"Wired" wollte Apple retten
Apple und Conde Nast verbindet eine lange Zusammenarbeit. So wirbt Apple regelmäßig und für viel Geld prominent in Publikationen des Hauses, etwa auf der Rückseite des renommierten "New Yorker" oder in "Wired". Letzterer Titel hatte im Jahr 1997 einen vielbeachteten Artikel veröffentlicht, in dem 101 Wege beschrieben wurden, wie sich Apple – damals kurz vor der Pleite – "retten" ließe.
Ob Conde Nast wirklich "in play" – also verkaufswillig – ist, bleibt unterdessen unklar. Gegenüber der Zeitung New York Post sagte der CEO des Unternehmens, Bob Sauerberg, man sei "nicht zu verkaufen". Allerdings glauben Marktbeobachter nicht recht daran, dass das stimmt. So verliert Conde Nast gegenüber den Konkurrenten Meredith und Hearst mittlerweile an Boden. Der Industrieexperte Steve Blacker sagte der New York Post, der Kaufpreis von Conde Nast liege nur bei einer bis zwei Milliarden Dollar, sollte es zu einem Bieterkampf kommen. Für Apple sind solche Summen Peanuts. (bsc)