Cracker klaut Kontroll-Software für Satelliten

Das Satelliten-Kontrollsystem OS/COMET der Firma Exigent Software Technologie steuert unter anderem die NAVSTAR- und Iridium-Satelliten.

vorlesen Druckansicht 73 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.

Bereits vergangenen Heiligabend brach nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters ein unbekannter Cracker in einen Rechner der US-Firma Exigent Software Technology ein und stahl den kompletten Source-Code für das Satellitenkontrollsystem OS/COMET. Damit werden unter anderem die Kommunikationssatelliten der Firma Iridium und das NAVSTAR Global Positioning System der US Air Force gesteuert. Laut Exigent steuert OS/COMET mehr Satelliten als jedes andere Programm; die Firma hat bisher 1000 Lizenzen weltweit verkauft.

Der Cracker hatte sich unter dem Usernamen "LEEIF" Zugang zu dem Webserver freebox.com der schwedischen IT Firma Carbonide in Stockholm verschafft und war von dort über das Internet in einen Rechner des US Naval Research Laboratory in Washington eingedrungen. Von dort aus stahl er den Source-Code; der Diebstahl wurde bereits am 27. Dezember 2000 bemerkt. Im letzten Monat fand das FBI dann bei einer Durchsuchung der Büroräume von Carbonide den Source-Code auf einem Rechner. Dort verliert sich die Spur. Wohin der Code von dort kopiert wurde und wer der Cracker war, ist nicht bekannt.

Die Meldung kommt gerade rechtzeitig, um die Erhöhung des Verteidigungshaushaltes durch George W. Bush zu legitimieren; sie untermauert Befürchtungen des Verteidigungsministers Donald Rumsfeld, den USA stünde ein Pearl Habor im Weltraum bevor. (hag)