Samsung startet neue Anti-iPhone-Werbekampagne
In den USA laufen mit "Ingeni(o)us" mehrere Reklameclips, in denen die Südkoreaner Apple direkt angreifen – mit einem falschen Genius-Bar-Mitarbeiter.
Dieser Mann ist kein Apple-Mitarbeiter.
(Bild: Samsung / Screenshot YouTube)
Samsung hat in den USA erneut begonnen, sich mittels vergleichender Werbung direkt mit Apple anzulegen. Die Kampagne nutzt sogar einen Schauspieler, der so tut, als sei er ein Apple-Mitarbeiter in einem der Ladengeschäfte des Konzerns – inklusive Logo auf dem T-Shirt. Ob Apple gegen die Spots vorgehen wird – in den Vereinigten Staaten ist vergleichende Werbung grundsätzlich erlaubt – ist unklar.
Ein arroganter Apple-Mitarbeiter
Ein erster Clip dieser Machart war bereits im Mai erschienen, nun kamen insgesamt vier neue hinzu (siehe Videos). Die frisch aufgelegte Reihe trägt den Namen "Ingeni(o)us", was auf Apples Supportbereich in den Ladengeschäften, die Genius Bar, anspielt. Zu sehen ist in den rund 30 Sekunden langen Clips, die offenbar auch im US-Fernsehen laufen, jeweils ein langhaariger Apple-Mitarbeiter, der auf Anfragen eines Kunden ausweichend oder arrogant reagiert.
Im ersten neuen Clip, "Speed", geht es um den Ookla-Speedtest, laut dem das Galaxy S9 in den USA höhere LTE-Geschwindigkeiten erreicht als iPhone 8 und sogar X – allerdings muss dafür passende Antennentechnik des jeweiligen Providers installiert sein, was Samsung aber nicht erwähnt.
iPhone-Probleme als Steilvorlage
Samsung greift sich in seiner Werbung weitere Punkte heraus, bei denen das aktuelle Galaxy-Gerät gegenüber Apple laut Ansicht des Unternehmens vorne liegt – und lässt diese durch "Kunden" nachfragen. Der angebliche Apple-Mitarbeiter muss sich dann eine Antwort überlegen, was mehr oder minder humorig ausfällt.
In einem weiteren Clip beklagt sich ein Kunde darüber, dass das Galaxy S9 einen höheren DxOMark-Kamera-Score erreicht hat als das iPhone X. Werbung drei macht sich wiederum über das alte Problem lustig, dass das iPhone seit Variante 7 über keinen Kopfhöreranschluss mehr verfügt und man einen Dongle braucht. Reklame Nummer vier hat schließlich den fehlenden Schnelllader in der iPhone-X-Packung zum Thema.
Apple reagierte intern verärgert
Ob die "Ingeni(o)us"-Kampagne auch nach Deutschland kommt, ist unklar. Samsung hatte in den letzten Jahren immer wieder direkte Werbeangriffe gegen Apple gestartet – zuletzt unter anderem wegen der umstrittenenen iPhone-Leistungsdrossel. In der Apple-Szene werden die Spots heiß diskutiert.
Apple selbst reagierte bislang nicht mit eigener Anti-Samsung-Werbung, soll sich intern aber verärgert gezeigt haben. So entschied sich Apple 2014 dazu, seine Werbeausrichtung zu überdenken. Seither gab es unter anderem direkt gegen konkurrierende Mobiltelefone gerichetete Kampagnen, wobei hier niemals die Bezeichnungen "Android" oder "Samsung" direkt auftauchten. (bsc)