Britischer Regulierer präzisiert Großhandelsflatrate (Update)

Die britische Regulierungsbehörde verpflichtet die British Telecom wegen der Großhandelsflatrate zum Ausbau ihres Netzes.

vorlesen Druckansicht 43 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Das britische Pendant zur deutschen Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP), das Office of Telecommunications (OFTEL), hat die Bestimmungen zur englischen Großhandelsflatrate weiter präzisiert. Mit neuen Richtlinien verpflichtet das OFTEL die British Telecom (BT) nun, auf eigene Kosten und rechtzeitig für den Ausbau des BT-Netzes zu sorgen, wenn die Nutzung der Großhandelsflatrate das notwendig macht. Zudem legte das OFTEL jetzt fest, wie die BT solche Vorkehrungen zu ergreifen hat. OFTEL gestattet der BT jedoch, bei Bedarf Datenverkehr auch über andere Provider abzuwickeln.

Das OFTEL hatte schon vor einiger Zeit BT dazu verdonnert, den Konkurrenten eine weitere so genannte Großhandelsflatrate anzubieten. BT muss nach dieser Entscheidung der Regulierungsbehörde den Internet-Providern und anderen Carriern für Datenleitungen, die über das Netz des britischen Ex-Monopolisten geschaltet werden, seit dem 26. Februar die Single Tandem Flat Rate Internet Access Call Origination (ST FRIACO) anbieten.

Die Entscheidung des OFTEL dürfte den Streit um die Flatrates in Deutschland erneut anheizen: So meinte der Sprecher der Initiative "Internet ohne Taktung" Phillip Sudholt: "Durch das konsequente Vorgehen der britischen Regulierungsbehörde profitieren die englischen Verbraucher von günstigen Pauschalen für den Internetzugang. In ganz England existieren nun Flatrates für einen Preis von zirka 20 Euro." Weiter sagte Sudholt: "An diesem Beispiel ist einmal mehr ersichtlich, dass selbst Großhandelsflatrates durch das gesamte Telefonnetz bei einem intelligenten Netzwerkmanagement technisch realisierbar sind. Die Telekom sollte endlich ihre Blockadehaltung aufgeben und zu Gunsten der Verbraucher den Weg für günstige Flatrates auch in Deutschland frei machen".

Auch AOL-Sprecher Jens Nordlohne übte Kritik an der Telekom: "Während sich die deutsche Telekom nach wie vor weigert, Internet-Providern eine kostenorientierte Vorleistung anzubieten, ziehen Länder wie Großbritannien nahezu uneinholbar an uns vorbei. Leidtragende sind die deutschen Verbraucher."

Telekom-Sprecher Stephan Broszio wies die Vorwürfe gegenüber heise online zurück: "Wir haben doch die Großhandelsflatrate. Das ist ein Baukasten, aus dem sich die verschiedensten Flatrate-Modelle basteln lassen. Wenn die Wettbewerber das nicht wahrnehmen, kann man der Telekom daraus keinen Vorwurf machen." (axv)