Entbündelung der letzten Meile lässt noch auf sich warten
Im Streit zwischen dem Regulierer und der Telekom um das so genannte Line-Sharing auf der letzten Meile hat der Ex-Monopolist gerichtlich einen Aufschub durchgesetzt.
Im Streit zwischen der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) und der Telekom um die so genannte Entbündelung der letzten Meile ("Line-Sharing") hat der Ex-Monopolist gerichtlich einen Aufschub durchgesetzt. Der 13. Senat des Oberverwaltungsgerichts Münster habe seine Entscheidung über eine Klage der Telekom gegen das Line-Sharing vertagt, sagte ein Gerichts-Sprecher am heutigen Donnerstag. Der Bonner Konzern hatte kurz vor Ablauf der Frist dem Gericht ein weiteres Gutachten vorgelegt, das sich mit Problemen unterschiedlicher Schnittstellen beschäftigt. Über den Antrag soll jetzt im August endgültig entschieden werden.
Hintergrund ist eine Anordnung der Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, mit der die Telekom verpflichtet wurde, bis September dieses Jahres ihre Leitungen für den Datenverkehr zu öffnen. Die Leitung kann bei diesem Line-Sharing gleichzeitig durch die Telekom für Sprachverkehr genutzt werden. Dagegen hatte das Unternehmen im Eilverfahren geklagt und diesen Schritt mit noch notwendigen technischen Standardisierungen begründet.
Der Präsident der RegTP, Matthias Kurth, hatte bereits vor einiger Zeit der Telekom vorgeworfen, sie verzögere hier durch immer neue Eilverfahren die Fortschritte: "Man kann schon auf den Gedanken kommen, dass da auf Zeit gespielt wird", meinte Kurth. Die Telekom widersprach den Vorwürfen prompt: "Die Ausnutzung der rechtlichen Mittel ist vollkommen legitim und dient letztlich dem Schutz der Mitarbeiter und Aktionäre" sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber heise online. Es sei "verwunderlich", wenn Kurth der Telekom deshalb Vorwürfe mache. (axv)