Streit um Lootboxen in Computerspielen
Lootboxen sind virtuelle Schatzkisten mit Überraschungsinhalt, die man in Spielen erwerben kann. Sie kommen dem Veranstalten illegaler Glücksspiele sehr nah.
Albert Hulm
- Niklas Mühleis
Zahllose "Free to play"- oder auch "Freemium"-Spiele haben den Boden für In-Game-Käufe gegen Echtgeld bereitet. Irgendwann zogen kostenträchtige Bonus-Optionen dann auch in Mainstream-Spiele ein, die eigentlich konventionell verkauft wurden. Inzwischen ist mit den "Lootboxen" eine besondere Spielart käuflicher Verlockungen verbreitet: Spieler kaufen Bonuspakete im Spiel, deren genauen Inhalt sie vor dem Kauf nicht kennen. Wer dergleichen großzügig einkauft, findet irgendwann etwas, was ihn spieltechnisch mächtig bevorteilt. Die Hoffnung darauf heizt die In-Game-Kauflust an.
Der psychologische Mechanismus, der dabei zum Einsatz kommt, ist alles andere als neu: Er bildet den typischen Motor fürs Glücksspiel.
Einstufung als Glücksspiel
Wie so oft begann auch der juristische Ärger um virtuelle Überraschungskäufe in Online-Spielen geradezu banal: Gewissermaßen aus dem Nichts gab die belgische Glücksspielkommission Ende 2017 bekannt, dass ihrer Einschätzung nach die bei Spieleherstellern beliebte Praxis der Lootboxen illegales Glücksspiel darstelle. Juristische Beobachter sprachen von einem Paukenschlag – dass Lootbox-Systeme in China bereits seit 1. Mai 2017 als Glücksspiel eingestuft wurden, hatte man in Europa noch vielfach ignoriert. Die Spieleindustrie ahnte Böses – während viele in der Spielergemeinde Morgenluft witterten. Die Abkassiertricks der Spielehersteller hatten dort bereits für Missvergnügen gesorgt, das sich in Spielerforen lautstark äußerte.
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