US-Mobilfunklizenzen aus ungĂĽltiger Auktion sind begehrt

Ein Konsortium hat NextWave zwischen vier und fĂĽnf Milliarden US-Dollar fĂĽr Mobilfunklizenzen geboten, die eigentlich bereits versteigert wurden.

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Von
  • David Adamczewski

Eine Konsortium aus sieben Mobilfunk-Unternehmen hat dem angeschlagenen US-Telecom-Anbieter NextWave vier bis fünf Milliarden US-Dollar für den Verkauf seiner 422 Mobilfunklizenzen geboten. Nach einer Meldung der Computerworld wollen die Firmen so im Interesse der Kunden in den amerikanischen Großstädten die Verfügbarkeit der Handynetze sicherstellen. Zu dem Konsortium gehören Native Wireless, AT&T Wireless, Dobson Communications, Salmon PCS, Cingular Wireless, Verizon Wireless und die Telekom-Tochter VoiceStream Wireless.

NextWave hatte die Lizenzen 1997 auf einer Auktion der Federal Communications Commission (FCC) für 4,7 Milliarden US-Dollar ersteigert. Nachdem der Mobilfunkbetreiber das Geld jedoch nicht aufbringen konnte, musste das Unternehmen 1998 unter Berufung auf Chapter 11 des Federal Bankruptcy Code Gläubigerschutz beantragen. Daraufhin versteigerte die FCC alle Lizenzen zum zweiten Mal und nahm insgesamt 17 Milliarden US-Dollar ein. Im Juni 2001 erkannte ein US-Gericht darin jedoch ein Verstoß gegen geltenes Recht und forderte die FCC auf, die Lizenzen an NextWave zurückzugeben.

Wie Phönix aus der Asche meldete sich NextWave Anfang Juli zurück und vereinbarte mit Lucent einen Vertrag über 100 Millionen US-Dollar. In diesem verpflichtetet sich Lucent, für das angeschlagene Unternehmen ein 3G-Netzwerk zu erreichten. Woher das Geld jedoch stammte, ist unklar. In einem Statement erklärte das Mobilfunk-Unternehmen lediglich, dass es sich derzeit in einem Umstrukturierungsprozess befinde. (daa)