Bedenken gegen ausländische Investoren bei Iridium

Das vom US-Militär genutzte Satelliten-Telefonnetz Iridium ist nach Angaben der US-Regulierungsbehörde FCC mehrheitlich in ausländischem Besitz.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Das Satelliten-Kommunikationsnetzwerk Iridium gehört nach Informationen der amerikanischen Regulierungsbehörde FCC jetzt zum größten Teil ausländischen Investoren. Die neuen Besitzer aus Brasilien, Australien und Saudi-Arabien halten nahezu 61 Prozent der neugegründeten Iridium-Holding mit ihren Töchtern Iridium Satellite und Iridium Carrier. Der größte US-amerikanische Anteilseigner, die Syndicated Communications, hält knapp 27 Prozent an Iridium. Das Iridium-Netz hat Motorola nach milliardenschweren Verlusten für 25 Millionen US-Dollar an die Iridium-Holding verkauft. Motorola selbst hatte nahezu sechs Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur des globalen Satellitenfunknetzes investiert.

Das Iridium-Mobilfunknetz war vergangene Woche nach einjähriger Zwangspause mit einem Ferngesprächsdienst wieder in Betrieb genommen worden. Ab Juni sollen auch Datenübertragungsdienste angeboten werden. Mit dem amerikanischen Verteidigungsministerium handelten die neuen Iridium-Betreiber einen Zweijahresvertrag aus, der dem Pentagon die unbegrenzte Nutzung des Netzes einräumt. Das Pentagon abonnierte den Service vor allem wegen der Möglichkeit, verschlüsselte Telefonate durchführen zu können.

Die FCC prüft derzeit, ob die Mehrheitsbeteiligung ausländischer Investoren an der Iridium-Holding nach amerikanischem Recht zulässig ist. Insbesondere die 24,3 Prozent, die von Saudi-Prinz Khalid bin Abdullah bin Abdulrahman, einem Cousin des saudischen Königs Fahd, gehalten werden, stehen zur Diskussion. Iridium-Chef Dan Colussy versicherte gegenüber amerikanischen Nachrichtenagenturen allerdings, dass es schon seit längerem konstruktive Gespräche mit der FCC hinsichtlich der Investoren-Zusammensetzung gebe. Colussy betonte, dass die beiden anderen ausländischen Investoren, die australische Bareena und die brasilianische Inepar, in Mitgliedsländern der World Trade Organization (WTO) beheimatet sind und ihre Beteiligung an Iridium daher von der FCC nicht zu beanstanden sei.

Neben der Nutzung durch das amerikanische Militär richtet sich das neue Iridium-Konzept vor allem an Reedereien, Fluggesellschaften oder Bergwerks-, Öl- und Erdgas-Unternehmen, die in entlegenen Gebieten operieren. Auch Regierungsbehörden und Hilfsorganisationen sollen als Kunden für das globale Satellitenkommunikationsnetz gewonnen werden. Technisch wird das 66 Satelliten umfassende Mobilfunknetz derzeit von Boeing betreut. (pmz)