Apple-Softwarechef: "Wir bauen die Produkte fĂĽr uns"
Craig Federighi hat in einem Interview erneut Apples privatsphärenfreundliches Geschäftsmodell betont. Das sei auch eigenützig.
Apples Software-Chef Craig Federighi bei einem großen Auftritt zur Eröffnung der Entwicklerkonferenz WWDC.
(Bild: dpa, John G. Mabanglo)
Apple wirbt regelmäßig mit dem hohen Datenschutzniveau seiner Geräte. Craig Federighi, seines Zeichens Senior Vice President of Software Engineering und damit als Softwarechef für die Entwicklung aller Betriebssysteme des Konzerns verantwortlich, hat nun in einem Interview mit der deutschen Zeitschrift Stern die Motivation dahinter näher ausgeführt. "Wir bauen hier die Produkte, die wir selbst nutzen wollen."
Eigene Familie nutzt Geräte
Wenn die eigene Familie die Geräte nutze, habe man schließlich ein ureigenes Interesse daran, dass die persönlichen Daten bestmöglich geschützt sind, so Federighi zu dem Blatt. "Ich glaube, das ist eine Besonderheit bei Apple. Unser Geschäftsmodell ist völlig anders, es spiegelt unsere Werte wieder. Wir verkaufen Dinge, die Menschen kaufen wollen, und unser Ziel ist es, diese noch begehrenswerter zu machen. Uns interessiert nicht, wie viel Zeit Sie mit Ihrem Gerät verbringen. Wir wollen nur einen wertvollen Beitrag in ihrem Leben leisten. Das ist alles."
Federighi befindet sich derzeit auf einer PR-Tour durch europäische Medien. So hatte er erst vor wenigen Tagen mit dem britischen Independent gesprochen und dabei die Zentralisierung persönlicher Daten als "Bedrohung" bezeichnet. Man könne die Privatsphäre der Nutzer letztendlich nur schützen, wenn man "die Daten gar nicht erst gesammelt und zusammengeführt hat".
"Keinerlei Interesse, alles ĂĽber Sie herauszufinden"
Zum Stern sagte er nun, Apple habe als Firma "keinerlei Interesse daran, alles über Sie herauszufinden". Das Unternehmen denke, die Geräte sollten sich an Sie persönlich anpassen, "aber das liegt allein in Ihrer Hand". Apple analysiere aber nicht das Verhalten der User – "dafür haben wir weder einen Anreiz noch ein moralisches Bedürfnis”. In seinem Team sei Privatsphäre ist "fundamental in allem, was wir tun". Diese Haltung treibe ihn und seine Leute an. Bei der Entwicklung neuer Produkte stünden Privatsphäre-Überlegungen “immer am Anfang des Prozesses, niemals am Ende". (bsc)