Deutsche Unis surfen nur mit halber Kraft in die USA

Die ĂĽblichen Amerika-Verbindungen des Deutschen Forschungsnetzes sind durch den Terroranschlag auf das World Trade Center gekappt und werden nur durch eine Notleitung ersetzt.

vorlesen Druckansicht 236 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.

Die üblichen Amerika-Verbindungen des Deutschen Forschungsnetzes (DFN) sind durch den Terroranschlag auf das World Trade Center gekappt und werden nur durch eine Notleitung ersetzt. Die zwei von der Telekom angemieteten Transatlantikleitungen des Internetdienstleisters für zahlreiche deutsche Forschungsstätten und Universitäten sind in Manhatten unterbrochen. Die Verbindung zwischen dem in New York aus dem Wasser kommenden Kabel und dem Telehaus genannten Knotenpunkt des US-Netzes (Local Loop) verlief in unmittelbarer Nähe des World Trade Centers und ist unterbrochen.

Nach Einschätzungen von Hubert Waibel, von der für den technischen Betrieb des DFN zuständigen Geschäftsstelle in Stuttgart, betrifft dies wahrscheinlich auch andere europäische Provider. Das DFN unterhielt zwei Leitungen in die USA mit je 622 MBit/sec Kapazität und hält den Betrieb nunmehr über eine "Backup-Leitung" mit dem kurzfristig auch auf 622 MBit aufgestockten Durchsatz aufrecht. Eine weitere Sicherung bestehe nicht, jedoch reichten die Kapazitäten noch aus. "Wir fahren am Rand", so Hubert Waibel im Gespräch mit heise online, "die Nutzer merken davon jedoch bisher nicht viel."

Wie lange die Störung noch dauern wird, ist gegenwärtig nicht absehbar. "Die haben da andere Probleme, und wir werden natürlich in dieser Situation keine Druck machen", so Waibel. Das Kabelende in New York 25th Broadway und das Telehaus seien zudem gar nicht für Servicetechniker erreichbar, weil Süd-Manhatten evakuiert sei. (jes)