Medientage: Druck der Werbewirtschaft auf die Medien wächst

Mit einem Besucherrekord sind 15. MĂĽnchner Medientage zu Ende gegangen. Es kamen rund 2.000 Besucher mehr als im Vorjahr.

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Mit einem Besucherrekord sind am Freitag die 15. Münchner Medientage zu Ende gegangen. Zu der größten deutschen Medienfachmesse kamen mit 12.000 Besuchern rund 2.000 mehr als im Vorjahr, teilten die Veranstalter mit. Im nächsten Jahr finden die Medientage vom 16. bis zum 18. Oktober statt. Nach den Worten des bayerischen Staatskanzleichefs Erwin Huber wird die Medien- und IT-Branche in den kommenden Jahren weiterhin für die größten Wachstumsraten in der deutschen Wirtschaft sorgen.

Drei Tage lang hatten 550 Experten in 90 Veranstaltungen über die Entwicklung der klassischen Medien sowie Internet und Multimedia diskutiert. Die Zahl der Kongressteilnehmer sei im Vergleich zum Vorjahr um 200 auf 5.200 angestiegen. "Das Konzept, alle Medien in den Veranstaltungen abzubilden, ist völlig aufgegangen", sagte Wolf-Dieter Ring, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM). Bewährt habe sich auch die parallele Veranstaltung der Medientage zur IT- und Computermesse Systems. Auch die internationale Medienmesse DigitalSigns mit ihrem Aus- und Weiterbildungsprogramm habe zum Erfolg der Medientage beigetragen.

Der Druck der Werbewirtschaft auf die Medien hat nach Einschätzung von Werner Funk, früherer Chefredakteur von Stern und Spiegel, dramatisch zugenommen. Vieles könne über Unternehmen nicht mehr "ungestraft" geschrieben werden, sagte Funk, Herausgeber von Capital und Berater des Vorstands von Gruner+Jahr. Besonderen Einfluss könnten dabei die wenigen Media-Agenturen nehmen, die für die Unternehmen die Anzeigen bei den Print- und auch elektronischen Medien platzierten, deren Konkurrenz zugleich untereinander immer stärker werde. Eindeutig war auf den Medientagen auch eine andere Einschätzung der Verlage: Im Internet sei nur durch gebührenpflichtige Inhalte Geld zu verdienen. Da verwundert es nicht, dass die Medienkonzerne den Vorhaben der öffentlich-rechtlichen Sender im Internet äußerst kritisch gegenüber stehen. (anw)