IBM zahlt Strafe für "Guerilla-Marketing"

Der Computerkonzern hat in den Augen der Stadtdirektoren von San Francisco die Stadt durch eine Marketing-Kampagne für Linux besudelt.

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Da hatten sich die Stadtväter und -mütter von San Francisco gar nicht gefreut: Im April zierten die Straßen der Stadt mit der berühmten Brücke lauter Graffiti. Überall prangten Friedenszeichen, Herzen und Pinguine, aufgesprayt im Auftrag von IBM als Teil einer millionenschweren Kampagne für Linux. Die Marketingexperten waren angeblich irrtümlich davon ausgegangen, dass die verwendete Farbe abwaschbar sei. Auch nach Monaten jedoch waren die Zeichen noch zu sehen. Für umgerechnet 23.000 Euro mussten sie dann mit Backpulver und Hochdruckstrahlern von den Straßen entfernt werden.

Nun hat sich IBM bereit erklärt, die Reinigungskosten zu übernehmen und zusätzlich eine Geldstrafe von 114.000 Euro zu zahlen. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die IBM-Marketingabteilung vorsätzlich gehandelt hat. Sie bezeichnet die Aktion als "Guerilla-Marketing". Das sei laut Gavin Newsom, einem der Stadtdirektoren von San Francisco, etwas, wofür die beauftragte Werbeagentur Ogilvy & Mather schließlich bekannt sei. Viele Menschen hat die Werbeaktion belustigt und dadurch wohl auch ihren Zweck erfüllt, doch für die Stadtdirektoren handelt es sich bei den Logos lediglich um profane Sachbeschädigung. Manche hätten sich sogar in den Beton geätzt und seien auch mit Backpulver nicht mehr zu entfernen. (anw)