Sonera fährt UMTS-Engagement zurück (Update)
Der finnische Telecom-Konzern, der mit Telefonica das deutsche UMTS-Konsortium Quam betreibt, will sich weiter aus dem europäischen UMTS-Geschäft zurückziehen.
Der finnische Telecom-Konzern Sonera will sich weiter aus dem europäischen UMTS-Geschäft zurückziehen. Die Finnen, die in Deutschland zusammen mit der spanischen Telefonica eine UMTS-Lizenz ersteigerten und das Konsortium Quam (früher Group 3G) betreiben, wollen die Investitionen für den neuen Mobilfunkstandard auf ein Minimum reduzieren. Außerdem will der Konzern seine restlichen T-Aktien abstoßen. Wie das teilstaatliche Unternehmen mitteilte, sollen auch in Deutschland keine weiteren Mittel für das mit Telefonica betriebene Konsortium bereitgestellt werden. Auf ein Minimum reduzieren will das stark verschuldete finnische Unternehmen sein geplantes 3G-Engagement in Italien und Spanien.
Um den Schuldenberg zu reduzieren werde Sonera sich auf den heimischen Markt konzentrieren und alle nicht zum Kerngeschäft gehörenden Unternehmensteile verkaufen, sagte Sonera-Chef Harri Koponen. Der Konzern hat momentan 3,8 Milliarden Euro an Schulden. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll im kommenden Jahr im Vergleich zum laufenden Jahr um ein Drittel steigen.
Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat Sonera einen Umsatz von 549 Millionen Euro erzielt, eine Steigerung um acht Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Allerdings wies der Konzern einen Netto-Verlust von 352 Millionen Euro aus, 44 Cent pro Aktie. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Gewinn von einem Euro je Aktie verbucht. Die Mobilfunk-Sparte in Finnland habe aber eine "gute Profitabilität" gezeigt; für das Gesamtjahr erwartet Sonera daher "leicht bessere" Gewinne als bislang angenommen. Sonera hatte bereits bis Ende August einen Großteil seiner T-Aktien abgestoßen – und das vor Ablauf der offiziellen Haltefrist, was die Deutsche Telekom, die von dem Verkauf wusste, in Erklärungsnot brachte. (jk)