CES 2020: Intel hat vorerst keinen Konter gegen AMDs Ryzen 4000 für Notebooks
Neue Mobilprozessoren mit bis zu acht Rechenkernen und über 5,0 GHz Taktfrequenz schiebt Intel erst später nach.
(Bild: Intel)
AMD holt voraussichtlich heute Abend zum Schlag gegen Intels Mobilsparte aus. Die IT-Branche erwartet AMD-Kombiprozessoren der Reihen Ryzen 4000U und Ryzen 4000H mit bis zu acht Zen-2-Rechenkernen, aktualisierter Vega-Grafikeinheit und 7-Nanometer-Technik. Auf einer Presseveranstaltung im Vorfeld der Technikmesse CES 2020 hat Intel nur einen Ausblick auf neue Notebook-Prozessoren gegeben, aber keine konkreten Produkte angekündigt oder gar in den Handel gebracht.
Die aktuelle Core-i-1000G-Serie (Codename Ice Lake-U) mit Strukturbreiten von 10 nm verkauft Intel mit maximal vier Rechenkernen. Für mehr setzt Intel auf seine 2015 mit Skylake eingeführte 14-nm-Architektur in fünfter Iteration: Einen einzigen Sechskerner gibt es bereits mit einer Thermal Design Power (TDP) von 15 Watt als Core i7-10710U (Comet Lake-U), Achtkerner mit 45 Watt TDP sollen als Comet Lake-H "bald" erscheinen.
AMD dürfte seine Zen-2-Achtkerner als Ryzen 4000U auch mit 15 Watt TDP bringen und damit eine starke Konkurrenz für Ultrabooks darstellen – denn AMD verdoppelt nicht nur die Anzahl der Rechenkerne, sondern steigert dank Zen-2-Architektur gleichzeitig die Leistung pro Takt
Benchmarks von Intel
Intel verglich in einem Performance-Workshop das Ice-Lake-U-Topmodell Core i7-1065G7 mit AMDs bisher schnellstem Mobile-Kombiprozessor Ryzen 7 3780U in Microsofts Surface Laptop 3. In Anwendungen ist der Core i7-1065G7 wegen der neuen CPU-Kerne durch die Bank schneller; bei grafiklastigen 3D-Spielen nennt selbst Intel die Leistung dagegen nur noch "kompetitiv", da die Bildraten in etwa gleich ausfallen.
(Bild: Intel)
Die Ryzen-4000-Kombiprozessoren dürften dank zusätzlicher GPU-Shader-Rechenkerne und schnellerem Speicher die 3D-Leistung weiter steigern. Zusammen mit acht Zen-2-Rechenkernen und 7-nm-Technik sehen AMDs Aussichten im margenträchtigen Notebook-Markt daher rosig aus. Intel erwähnte nicht ohne Grund den Ice-Lake-Nachfolger Tiger Lake – dessen Vorstellung lässt aber vermutlich noch länger auf sich warten. (mma)