Apple vergrößert sich in München
Der iPhone-Konzern will bis zu 1500 Mitarbeiter in einem neuen Chipperfield-Bau in der Karlstraße unterbringen. Dies ergänzt das "Bavarian Design Center".
(Bild: Chipperfield Architects)
Apple verbreitert seine Standortbasis in München.Dazu will der Konzern ein im kommenden Jahr fertiggestelltes Bürogebäude komplett beziehen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom letzten Freitag. Theoretisch wäre in dem Bau an der Karlsstraße, den der Stararchitekt David Chipperfield aus Großbritannien entworfen hat, Platz für 1500 Mitarbeiter.
Apple mag Bayern
Neben der Deutschlandzentrale ist in München schon jetzt ein "Bavarian Design Center" in der Nähe des Hauptbahnhofs untergebracht, in dem unter anderem von 300 Ingenieuren aus 40 Ländern an stromsparenden Chips geforscht wird. Und auch 5G-Technik fürs iPhone könnte aus dem Land der Lederhosen kommen – über den Umweg des Aufkaufs von Intels Mobilfunksparte.
Was in dem Gebäude namens "Karl" entwickelt oder gestaltet wird, ist bislang noch nicht durchgedrungen. Der Mietvertrag für das Gesamtgelände soll bereits unterzeichnet sein, auch wenn eine offizielle Bestätigung noch aussteht. Apple selbst wollte sich über den Standort und die Zahl der neuen Mitarbeiter nicht äußern. Klar ist nur, dass das "Karl" mit 30.000 Quadratmetern "komplett an einen Nutzer" vermietet wird.
Kein Apfellogo auf dem Dach
Apple hat offenbar nicht vor, das neue Bürohaus zu Repräsentationszwecken zu nutzen. Es werde kein Logo am Gebäude geben, so die Süddeutsche unter Berufung auf Vertreter aus der Immobilienbranche. Vorbereitende Maßnahmen traf der Konzern schon: Für den Dienstort München nennt Apples Stellenportal aktuell mehr als 60 unterschiedliche Jobgesuche. Dabei geht es vor allem um Chiptechnik.
Apple-Chef Tim Cook ist von München jedenfalls begeistert. Er war zuletzt zum Oktoberfest 2019 in der Stadt und besuchte auch Standorte. Dabei ließ er in einem Interview mit der FAZ verlautbaren, man könnte in München "ein Team beschäftigen, das wir an einem anderen Ort auf der Welt so nicht zusammenstellen könnten. Wir finden hier Talente, die wir anderswo nicht finden würden". Denn nicht jeder Entwickler interessiere sich für das Silicon Valley. Das hat auch mit den Preisen für Immobilien zu tun, die etwa in Cupertino aufgerufen werden. München ist für deutsche Verhältnisse zwar teuer, im Vergleich zum Valley aber geradezu ein Schnäppchen. (bsc)