BIOS-Update für HP-Notebook, PC-Absatz 2019 im Plus
Weltweit waren 2019 drei Hersteller von Desktop-PCs, Notebooks und Workstations besonders erfolgreich. Seinem Notebook 14s hat HP ein BIOS-Update verpasst.
(Bild: dpa, Wu Xiaoling/XinHua/dpa)
Im Vergleichstest in c’t 1/2020 hatten wir beim HP-Notebook 14s ein seltsames Verhalten des darin verwendeten Prozessors Core i7-1065G7 bemängelt: Je nach Art der CPU-Last drosselte er sich mitunter stark, was zu Performance-Einbrüchen führte.
HP-Notebook bekommt BIOS-Update
Erst nach Redaktionsschluss erhielten wir von HP die Bestätigung, dass das von uns gemeldete Verhalten des Notebooks nicht normal sei. Wir haben daraufhin noch vor Weihnachten eines unserer beiden gekauften und betroffenen Exemplare des Notebooks an HP Deutschland geschickt; parallel begaben sich HP-Ingenieure in den USA auf Fehlersuche. Seit Anfang Januar steht nun eine Lösung in Form des BIOS-Updates auf Version F.09 bereit.
Obwohl der von uns entdeckte und gemeldete Bug im öffentlichen Changelog des BIOS-Updates nicht erwähnt wird, ist er nun behoben. Im Cinebench R20 hat das Notebook in einer Nachmessung 1505 statt vormals 1384 Punkte erzielt. In älteren Benchmarks wie dem Cinebench R11.5, wo die Performance-Einbrüche noch viel gravierender ausgefallen waren, lagen die Ergebnisse nun ebenfalls auf dem erwarteten Niveau.
Unser Nachtest deckte auch weiteren Feinschliff auf, den HP nicht erwähnt: Die Laufzeit steigt durch die neue BIOS-Version auf bis zu 10 Stunden, der Lüfterlärm sinkt auf maximal 1,8 Sone. Damit hat HP seinen Rückstand auf die Konkurrenzgeräte aufgeholt.
PC-Absatz nach 8 Jahren Durststrecke im Plus
Für Hardware-Hersteller verlief das vergangene Jahr positiv, denn zum ersten Mal seit 2011 legten die PC-Verkäufe wieder zu. Laut den Marktforschern von Gartner fanden 261 Millionen neue Notebooks und Desktop-PCs Abnehmer. Das ist ein Plus von 0,6 Prozent. IDC zählt zusätzlich Workstations mit und kommt auf 267 Millionen verkaufte Rechner (+2,7 Prozent).
Besonders groß war die Nachfrage nach Business-PCs. Viele Firmen nutzten die letzten Wochen und Monate vor dem Ablauf des Windows-7-Supports am 14.1.2020, um ihren Gerätepark zu aktualisieren. Der Zuwachs wäre sogar noch höher gewesen, wenn der Prozessorhersteller Intel seine schon über anderthalb Jahre anhaltenden Lieferschwierigkeiten überwunden hätte. Bei Consumer-Geräten für Privatleute ging die Nachfrage im Jahresvergleich leicht zurück.
Profitiert vom gestiegenen Absatz haben vor allem die drei großen Hersteller Lenovo, HP und Dell, die inzwischen 65 Prozent des PC-Markts unter sich ausmachen. Mit deutlichem Abstand folgen Apple, Asus und Acer.
(Bild: IDC)
In Europa legten die PC-Verkäufe im vierten Quartal 2019 um 3,6 Prozent zu. Hauptfaktor war auch hier nach Angaben der Marktforscher der Umstieg von Windows 7 auf 10. Einzige Ausnahme bildet das Vereinigte Königreich, wegen der Unwägbarkeiten des Brexits.
Für die nächsten fünf Jahre prognostiziert Gartner für die Nachfrage von Consumer-PCs weiterhin Rückgänge. Wachstum soll es hingegen bei innovativen Mobilrechnern wie faltbaren Notebooks und Always-Connected-Geräten geben, die sich ähnlich leicht bedienen lassen wie Smartphones und mit deren Akkulaufzeit man über den Tag kommt. (chh)
Kurz & knapp Hardware aktuell:
Im lüfterlosen Mini-PC Zotac CA621 nano sitzt die Dual-Core-CPU Ryzen 3 3200U mit 15 Watt Thermal Design Power. Der kompakte Rechner nimmt eine M.2-SSD und ein 2,5"-Laufwerk auf. Zu Preis und Verfügbarkeit hat Zotac noch keine Angaben veröffentlicht.
Das Industriekonsortium Khronos Group hat Version 1.2 der 3D-Schnittstelle Vulkan veröffentlicht. Neu hinzugekommen sind 23 Erweiterungen, unter anderem für eine bessere Speicherverwaltung. AMD und Nvidia haben bereits passende Grafiktreiber zum Download bereit gestellt.
Für Bildungseinrichtungen hat Microsoft preiswerte Notebooks mit ARM-Prozessor vom Typ Snapdragon 7c angekündigt. Das JP.IK Turn T101 und das Positivo Wise N1212S sind mit 300 beziehungsweise 575 US-Dollar deutlich günstiger als bisher erhältliche Geräte mit Windows on ARM und sollen mit Chromebooks konkurrieren.
Dieser Artikel stammt aus c't 4/2020. (mue)