Apple-Aktie: RĂĽckschlag wegen China-Krise
Mit den Anteilsscheinen ging es am Dienstag teilweise um fast drei Prozent ins Minus. Grund sind Produktionsprobleme wegen der Coronavirus-Epidemie.
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Eigentlich hatten Analysten geglaubt, dass die Apple-Aktionäre bereits darauf vorbereitet waren, dass es aufgrund der Coronavirus-Epidemie in China zu Rückschlägen im Geschäft des iPhone-Herstellers kommen könnte. Die Ankündigung des Konzerns vom Montagabend, seine Umsatzprognosen vermutlich zu verfehlen, hatte dennoch negative Auswirkungen auf den Unternehmenswert. Gleich zur Eröffnung der Technologiebörse NASDAQ am Dienstag ging es um fast drei Prozent nach unten mit der Apple-Aktie.
In die Zange genommen
Auch den Rest des Tages über erholten sich die Papiere nur leicht. Zum Börsenschluss betrug das Minus immer noch 1,83 Prozent oder 5,95 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung rutschte unter den Wert von 1,4 Billionen. Allerdings war das gesamte Börsenumfeld am Dienstag angespannt – auch andere Unternehmen mit Geschäft oder Produktion im Reich der Mitte müssten Rückschläge hinnehmen.
Apple wird von der Coronavirus-Epidemie praktisch aus zwei Richtungen in die Zange genommen. Der Konzern hat in China einerseits seinen zweitgrößten Markt weltweit, der schwächelt, weil viele Ladengeschäfte zum Krankheitsschutz geschlossen sind, also nichts mehr verkauft wird. Geschlossene Fabriken aufgrund des Coronavirus führen dazu, dass Herstellungspläne ins Wanken geraten und Nachschub fehlt. All das führte zu besagter Rücknahme der Umsatzprognose.
"Greater China" fĂĽr Apple wichtig
Die Financial Times berichtete am Dienstag, im größten iPhone-Werk in Zhengzhou würden Arbeiter, die aus anderen Regionen Chinas zurückkehrten vorerst nicht zur Arbeit zugelassen um die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus, das offiziell SARS-CoV-2 heißt, zu senken. Die Werke großer Apple-Fertiger wie Foxconn und Pegatron sowie der wichtigsten Zulieferer befinden sich zwar außerhalb der besonders von der neuen Lungenkrankheit betroffenen Provinz Hubei. Allerdings werden Maßnahmen quasi im ganzen Land ergriffen, die Ausbreitung zu reduzieren.
In China wurde nur ein kleiner Teil der mehr als 40 Apple Retail Stores mit verkürzten Öffnungszeiten wieder geöffnet, der Online-Verkauf geht aber weiter. Im Moment ist aber das Leben in großen Teilen des Landes vom Coronavirus-Ausbruch beeinträchtigt. Für Apple ist China ein extrem wichtiger Markt: Im vergangenen Geschäftsjahr machte der Konzern dort 17 Prozent seines Geschäfts. Die Geschäftsregion "Greater China" umfasst auch Hongkong und Taiwan. (mit Material der dpa) / (bsc)