Ausprobiert: Nintendos neuer Gamecube

Nintendo brachte am 14. September die neue Spielkonsole Gamecube in Japan auf den Markt. c't hat sich den WĂĽrfel angeschaut.

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Der Kampf auf dem Spielkonsolenmarkt geht in die nächste Runde: Am 14. September brachte Nintendo die neue Spielkonsole Gamecube in Japan auf den Markt. Der Spaßwürfel tritt gegen Sonys Playstation 2 an, wobei sich das aktuelle Spieleangebot eher an Kinder und jüngere Teenager richtet.

Das Gerät selbst ist auffallend klein, etwa so groß wie ein Stapel mit 10 CDs. Durch den Plastikgriff an der Rückseite werden Assoziationen an den "My first Sony"-Kassettenrecorder geweckt. Bis zu vier Gamecontroller können an der Vorderseite angeschlossen werden. Die neuen Steuergeräte sind zwar extrem bunt, liegen jedoch nahezu perfekt in der Hand. Selbst große Hände verkrampfen sich nach längeren Partien nicht.

Mit dem Gamecube führt Nintendo ein neues Speichermedium für die Spiele ein. Statt auf robusten Speichermodulen werden die Spiele auf Mini-DVDs mit acht Zentimeter Durchmesser gepresst. Das Angebot zum Start ist sehr übersichtlich. Lediglich drei Titel stehen zur Wahl: Das Rennspiel "Wave Race: Blue Storm", das Geschicklichkeitsspiel "Super Monkey Ball" und das Action-Adventure "Luigi Mansion". Von der Grafik her bieten "Wave Race" und "Super Monkey Ball" kaum Neues: Sie bewegen sich in etwa auf Dreamcast-Niveau, wenn auch die Wellen und Wasserspritzer bei "Wave Race" täuschend echt aussehen. Für einen Preis von umgerechnet 130 Mark hätten wir jedoch mehr erwartet. Der Hingucker ist hingegen "Luigi Mansion": Klempner Luigi macht sich in einem Spukhaus auf die Suche nach seinem Freund Mario. In bester "Ghostbusters"-Manier muss er die Geister erst mit der Taschenlampe erschrecken um sie dann mit einem Staubsauger einzusaugen. Hier zeigt die Grafik-Engine ihr Potenzial: Wenn Luigi die Räume mit der Taschenlampe durchleuchtet und durchsichtige Gespenster auf ihn einstürmen, sehen nicht nur die Animationen wie in einem Zeichentrickfilm aus, auch die Licht- und Schatteneffekte waren in dieser Form bisher auf keiner Konsole oder PC zu sehen. Der Genuss wird nur durch zuweilen stark flimmernde Texturen gestört.

Wer sich von japanischen Texten und Menüs nicht abschrecken lässt, kann den Würfel schon jetzt online beim japanischen Versender Lik-Sang bestellen. Dort bekommt er ein so genanntes Starterset für 449 US-Dollar (etwa 950 Mark), mit einer Konsole, Controler, Memorycard und zwei Spielen. Im Paket ist auch ein Trafo enthalten, der den Betrieb des 110-Volt-Geräts in Deutschland ermöglicht. Allerdings benötigt man einen NTSC-fähigen Fernseher, da die japanische Version keinen PAL-Ausgang hat. Der Listenpreis in Japan für den Gamecube mit einem Controller beträgt umgerechnet 475 Mark, jeder weitere Steuerknüppel schlägt mit umgerechnet 47,50 Mark zu Buche. In den USA soll der Würfel ab dem 18. November in den Verkaufsregalen liegen, in Europa ist der Verkaufsstart für das erste Quartal 2002 geplant.

Eine ausfĂĽhrliche Besprechung der neuen Konsole bringt c't in der Ausgabe 20/01 (ab Montag im Handel). (hag)