Popkomm: Guter DVD-Content ist der beste Kopierschutz

Während andere Unternehmen vor allem schärfere Gesetze zum Urheberschutz fordern, setzt Universal auf Musik-DVDs mit "begehrenswerten" Inhalten.

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Während andere Unternehmen der Musikbranche vor allem schärfere Gesetze zum Schutz des Urheberrechts fordern, setzt Universal Pictures auf Musik-DVDs mit "begehrenswerten" Inhalten. Immerhin, so die Argumentation des Studios, würde so der größte Anreiz geschaffen, das Originalmedium zu erweben, um an alle Features zu kommen.

Die DVD ist bereits seit dem Hack des Verschlüsselungsverfahrens CSS Ende 1999 ein recht beliebtes Ausgangsmedium für illegale Kopien – ein Trend, der sich mit fallenden Preisen für DVD-Brenner und DVD-Rohlinge höchstwahrscheinlich noch verschärfen wird. Dennoch sieht Universal kein Grund zur Panik, da man mit einer Fülle von (brauchbaren) Inhalten reagieren könne, die in ihrer Gesamtheit und mit allen (interaktiven) Verknüpfungen nicht auf die heute für Kopien zur Verfügung stehenden DVD-Rohlinge passen. DVD-Fans wären zudem eher bereit, für gut ausgestattete Discs zu bezahlen.

Was bislang vor allem für Spielfilm-Produktionen galt, gewinnt nun auch bei Musik-DVDs immer stärker an Bedeutung. Immerhin besteht bei Discs, die mehrere Video-Clips enthalten, verstärkt die Gefahr, dass einzelne Teile herauskopiert und verbreitet werden. Noch verkaufen sich in diesem Bereich ursprünglich für die Fernsehverwertung gedachte Produktionen allerdings ebenso gut wie speziell für die DVD-Verwertung konzipierte Aufnahmen.

Langsam steigt aber die Erwartungshaltung der Konsumenten – vor allem bei neueren Produktionen, da es den meisten Käufern bei "historischem" Material vor allem um die Verfügbarkeit geht. Um diesen Kunden gerecht zu werden, denkt Universal derzeit darüber nach, zukünftig DTS-Spuren und weitere Extras auf den Musik-DVDs zu speichern. Auch "Ultimate Editions" mit mehreren Discs, ähnlich der in den USA angekündigten DVD-Neuauflage des Musical "Cats", wären denkbar – allerdings besitzt Universal oftmals nur die US-Rechte für das Bonusmaterial. Vor 2002 ist daher mit entsprechenden Scheiben in Deutschland noch nicht zu rechen. Dennoch will Universal die Entwicklung vorantreiben. (nij)