Kaum Spielraum für UMTS-Kooperationen

Der Mobilfunkbetreiber D2/Vodafone sieht beim Aufbau der UMTS-Mobilfunknetze nur wenig Möglichkeiten für für eine Zusammenarbeit der Anbieter.

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  • dpa

Der Mobilfunkbetreiber D2/Vodafone sieht beim Aufbau der UMTS-Mobilfunknetze nur wenig Möglichkeiten für für eine Zusammenarbeit der Anbieter. "Der Spielraum ist kartellrechtlich, lizenzrechtlich und im Sinne des Wettbewerbs sehr begrenzt", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung bei Mannesmann Mobilfunk, Jürgen von Kuczkowski, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur. Nach wie vor sei sein Unternehmen aber offen für Gespräche. "Bei der Suche nach der besten Kombination sind wir aber bislang nicht fündig geworden".

Vor einem Jahr hatten sechs Bieter (T-Mobil, D2/Vodafone, T-Mobil, E-Plus, Viag Interkom, Mobilcom, Group 3G) für insgesamt 100 Milliarden Mark (51 Mrd Euro) UMTS-Lizenzen ersteigert. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat zwar eine begrenzte Zusammenarbeit zugelassen, zugleich aber betont, dass die Unabhängigkeit der UMTS-Anbieter erhalten bleiben müsse. T-Mobil und Viag Interkom waren die ersten, die eine Kooperation beim Netzaufbau vereinbarten.

Durch die Kooperation hoffen vor allem die kleinen Anbieter auf beträchtliche Einsparungen beim Netzaufbau. Genannt wurden dabei Zahlen bis zu 4 Milliarden Mark. Kuczkowski zeigte sich skeptisch: "Ich bin nicht der Meinung, dass es zu nennenswerten investiven Einsparungen kommt". Chancen lägen in der Geschwindigkeit beim Netzaufbau. Durch den schwierigen Abstimmungsprozess zwischen den Anbietern und Netzausrüstern würden diese Vorteile jedoch wieder zunichte gemacht.

Der D2/Vodafone-Chef verteidigte nochmals den hohen Preis, den die deutsche Tochter des britischen Mobilfunkriesen für die Lizenz gezahlt hatte: "Wir mussten eine Lizenz haben, UMTS gehört die Zukunft". Für das Unternehmen wäre anderenfalls das Mobilfunkgeschäft eine endliche Veranstaltung gewesen. "Ich würde noch einmal rund 17 Milliarden Mark zahlen, wenn es keine andere Möglichkeit gegeben hätte, an eine Lizenz zu kommen", sagte Kuczkowski, der im Vodafone-Konzern für alle Mobilfunkaktivitäten in Zentraleuropa verantwortlich ist.

D2/Vodafone rechnet nicht vor 2004 mit nennenswerten Umsätzen und Ergebnissen im UMTS-Geschäft. UMTS werde kommen, möglicherweise aber etwas verzögert, sagte Kuczkowski weiter. Der Flaschenhals liege dabei weniger bei den Betreibern, sondern den Geräteherstellern. Solche Verzögerungen habe es aber auch beim Start des digitalen Mobilfunks mit GSM-Standard vor zehn Jahren gegeben. "Darüber werden wir in zehn Jahren lachen". (dpa) / (em)