Infineon rüstet sich für den Aufschwung

Beim Halbleiter-Hersteller herrscht zur Hauptversammlung gebremster Optimismus.

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564 Millionen Euro Verlust sind ein dicker Batzen, der so manchem Firmenvorsteher den Schweiß auf die Stirn treiben würde. Beim Vorstandsvorsitzenden von Infineon, Ulrich Schumacher, scheint das nicht der Fall zu sein. Immerhin konnte sein Unternehmen den Verlust im Vergleich zum Vorquartal um 318 Millionen Euro senken. Damit befindet sich Infineon nach Ansicht Schumachers auf dem Wege der Genesung nach einem Geschäftsjahr mit dem größten Markteinbruch in der Geschichte der Halbleiterindustrie.

Im vorigen Jahr konnte Infineon trotz eines Umsatzrückgangs von einem Drittel in der Top Ten der Halbleiterfirmen sogar einen Platz gut machen. Anlass für ungetrübten Optimismus gibt es allerdings noch nicht. Zwar gebe es erste positive Anzeichen in den Sparten Speicherchips und mobile Kommunikation, aber noch keine klaren Signale für eine nachhaltige Markterholung. Wenigstens sei man auf den "dynamischen Zielmärkten" für den nächsten Aufschwung gerüstet, meint Schumacher aus Anlass der derzeitigen Hauptversammlung bei Infineon. Wann die besseren Zeiten kommen, ist noch nicht erkennbar, denn die "makro-ökonomischen Unsicherheiten und weiterhin schwierigen Marktbedingungen" erschwerten Vorhersagen, heißt es bei Infineon.

So rechnet das Unternehmen für das erste Halbjahr 2002 mit einer steigenden "Bit-Nachfrage" und einer Normalisierung der Lagerbestände. Allerdings hinge die weitere Erholung der Preise für Speicherprodukte unter anderem von einer Konsolidierung des Speichermarktes ab. Auch im Markt der mobilen Kommunikation werde sich die Nachfrage erholen, zum Beispiel durch die Einführung von GPRS-fähigen Mobiltelefonen.

Im Bereich Automobilelektronik sieht Infineon ein schwieriges Marktumfeld, bedingt durch eine schwache Konjunktur. Ganz anders bei Sicherheitslösungen: Hier zeige sich bei Sicherheits- und Chipkarten-ICs langfristiges Wachstumspotenzial. Experten hatten nach den Attentaten vom 11. September eine erhöhte Nachfrage nach Sicherheitstechnik prophezeit. Insgesamt biete die Halbleiterindustrie sehr gute Wachstumsperspektiven, meint Schumacher. Sie bleibe "Motor für die Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft im Informationszeitalter". (anw)