Evolutionsforschung: der Golf VI auf dem Prüfstand

Ist der erfolgreichste Kompaktwagen nun wirklich neu, oder nur ein gelungenes Facelift? Da mag man sich streiten, doch Evolution ist auch Fortschritt, wie wir im neuen Golf mit 160-PS-TSI feststellen konnten

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Reykjavik (Island), 11. September 2008 – Ist der Golf VI nun ein Facelift, oder ein wirklich neues Auto? Die Frage stellt sich nicht zum ersten Mal. Selbst beim Erscheinen des Golf V moserten einige, viel Neues habe sich im Vergleich zum Vorgänger nicht getan. Dass VW damals, angeregt vom Ford Focus, mit einer Mehrlenker- statt Verbundlenkerhinterachse den bis dahin größten Schritt in der Fahrwerkstechnik der Modellreihe machte, fiel dabei unter den Tisch. Sie war übrigens auch ein technisches Detail, das man sich aus reiner Kostensicht lieber gespart hätte, eine Verbundlenkerachse in einem Stück dranzuhängen, ist halt billiger. Zugegeben, viel Bewährtes wurde beim neuen Golf beibehalten – aber so manches auch verfeinert und Einiges wie die Dieselmotoren und diverse elektronische Helfer völlig erneuert. Am Ende zählt wie immer nur die Frage: Was taugt er und wie fährt er sich? Wir konnten es im 1.4 TSI mit 160 PS ausprobieren.

Zunächst die Karosserie: Von den Daten her ist sie kaum vom Vorgänger zu unterscheiden: 4,20 Meter lang, 1,78 Meter breit und 1,48 Meter hoch – sogar der Radstand blieb gleich. Damit nicht genug: Selbst die Kofferraummaße von 350 bis 1305 Liter sind wie aus dem Datenblatt des Golf V abgeschrieben. Dennoch: Wer sich den Golf VI ansieht, erkennt sofort die Veränderungen: Die Blechhaut hat nun stärkere Linien erhalten. Damit folgt VW dem Trend zur geschärften Kante, den man etwa auch beim neuen Seat Ibiza sieht. Das Ergebnis aus Wolfsburg kann sich im neuen Gewand sehen lassen. Die VW-Designer haben hier dankenswerter Weise nicht übertrieben, und der neue Golf ist als solcher erkennbar geblieben.

Evolutionsforschung: der Golf VI auf dem Prüfstand (35 Bilder)

Der neue Golf startet: Ab Oktober 2008 ist er zu Preisen ab 16.500 Euro auf dem Markt.

Zweiter Punkt: die Motoren. Zum Marktstart gibt es zwei Diesel und vier Benziner, die allesamt die Euro-5-Norm erfüllen. Bei den Selbstzündern werden die Pumpe-Düse-Einspritzer abgelöst durch Common-Rail-Motoren. Zu Anfang gibt es Versionen mit 110 und 140 PS, später soll noch ein Aggregat mit 170 PS folgen. Die ursprünglich angekündigte 90-PS-Variante wird es in Deutschland nicht geben.