.NET, eXPerience und kein Ende

Die offizielle Premiere von Windows XP fand auch unter Entwicklern starke Beachtung -- auch wenn einige fĂĽr sie interessante Bestandteile noch fehlen.

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Von
  • Gregor Hochmuth

Die meisten Teilnehmer an Microsofts Professional Developers Conference (PDC), die derzeit in Los Angeles stattfindet, werden wohl schon Gelegenheit gehabt haben, einen Blick auf Windows XP zu werfen. Trotzdem fand die Live-Übertragung der offiziellen Premiere (7 Uhr 30 Ortszeit) starke Beachtung. Das kann natürlich auch daran gelegen haben, dass Microsoft jedem Zuschauer eine Vollversion von Windows XP Professional versprochen hat ...

Offenbar war es Microsoft wichtiger, Windows XP noch rechtzeitig für das diesjährige Weihnachtsgeschäft auf den Markt zu bringen, als auf die Fertigstellung des von vielen Entwicklern heiß ersehnten .NET-Frameworks zu warten. Immerhin sind einige Schlüsselelemente von .NET wie MS Passport und XML-Fähigkeiten bereits integriert. Erst die Servervariante von Windows XP, Windows .NET Server genannt, soll diesen Rückstand aufholen und vollständig mit dem Framework verkoppelt sein, wenn sie gegen Februar 2002 auf den Markt kommt. Bis dahin wird wohl auch die endgültige Version von Visual Studio .NET verfügbar sein – angekündigt ist sie noch für dieses Jahr.

Die Vision einer weiten und raschen Verbreitung der neuen "Windows eXPerience"-Generation wurde durch eine zusätzliche Ankündung in Los Angeles bekräftigt: Microsoft versprach erste Varianten des Tablet PC schon in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres. Was in Redmond offiziell als der Nachfolger des Laptop gehandelt wird, ist ein Flat-Screen-ähnliches Gerät, das trotz seines schlanken Äußeren einen vollwertigen PC darstellt, auf dem Windows XP Professional läuft. Da er im tragbaren Modus nur aus dem Screen-Modul besteht, wurde er mit Mechanismen zur Text- und Kommandoeingabe ausgestattet: So wurden auf der PDC tadellose Handschrift- und Spracherkennung live demonstriert, die das Zeitalter des interaktiven PC greifbar nahe bringen.

Mit dieser Entwicklung plant Microsoft, den mobilen PC-Markt neu aufzurollen – dazu gehört auch, dass jeder Tablet PC standardmäßig mit einer schnurlosen 802.11-Netzkarte ausgestattet sein wird. Gleichzeitig hieß es, dass der Mehraufwand für Laptophersteller im Vergleich zu herkömmlichen Notebooks unter 150 US-Dollar liegt; die Preisspanne für die ersten Tablet PCs wird somit wohl zwischen 2000 und 2500 US-Dollar liegen. Bislang haben offiziell Toshiba, Fujitsu, Compaq und Acer verlautbart, Tablet PCs im angekündigten Zeit- und Preisrahmen auf den Markt zu bringen. (Gregor Hochmuth) / (hos)