E-Klapprad versus E-Scooter

Elektrische Tretroller gibt es in großer Auswahl und zu fallenden Preisen. Auch bei elektrischen Klapprädern haben Käufer eine mehr Auswahl. Wir vergleichen.

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E-Klapprad versus E-Scooter

(Bild: FIDO)

Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Matthias Sternkopf
Inhaltsverzeichnis

Je nach Preis findet man bei Rädern wie Scootern Modelle mit besserer oder schlechterer Verarbeitung. Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied: Fahrräder sind seit vielen Dekaden auf dem Markt und in vielen Bereichen technisch ausgereift. Sie lassen sich oft selbst reparieren oder bei einer Fahrradwerkstatt abgeben. Scooter dagegen gibt es erst wenige Jahre. In einigen Fällen zeigen sich Mängel am Klappmechanismus oder an den Bremsen. Bei Defekten muss man sich direkt an den Hersteller wenden, eine Fahrradwerkstatt kann nur selten helfen.

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Die Unterschiede bei den Faltmaßen sind deutlich. Insgesamt nehmen Klappräder mehr Platz ein. In kleine Kofferräume passen aber meist beide. Scooter sind mit 13 bis 17 Kilogramm in der Regel leichter als Klappräder, die gern mal über 20 Kilogramm wiegen. Zudem tragen sich Scooter bequemer als Klappräder.

Während man auf einem Scooter steht, reist man auf dem Klapprad sitzend. Das ist gerade auf längeren Strecken deutlich bequemer. Zudem muss der Fahrer den Gasgriff des Scooters meist mit dem Daumen herunterdrücken. Auch das ermüdet nach einigen Kilometern. Besser sind Scooter mit Zeigefingerzug.

Der Motor von legalen E-Klapprädern unterstützt den Fahrer hingegen nur, wenn er in die Pedale tritt. Viele Importmodelle haben zusätzlich einen Gasgriff. Der ist zwar bequem, aber verboten.

Scooter mit Hartgummireifen geben Vibrationen direkt an Fahrer und Fahrzeug weiter, dessen Bauteile dadurch belastet werden. Die größeren Luftreifen bei Klapprädern tragen zu einer deutlich ruhigeren und entspannteren Fahrt bei.

Ein wichtiger Faktor ist die Geschwindigkeit. Während E-Scooter auf gemächliche 20 km/h beschränkt sind, fahren als Pedelec klassifizierte Räder 25 km/h mit Motorunterstützung – ein deutlicher Unterschied.

Mittlerweile bieten selbst sehr günstige Räder Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrad. Bei Scootern funktionieren die Bremsen mal gut, mal abenteuerlich schlecht.

Scooter schaffen mit einer Akkuladung 15 bis 25 Kilometer, Klappräder ab 30 Kilometer aufwärts. Hinzu kommt: Wer unterwegs mit leerem Akku dasteht, kommt mit einem Rad bequemer weiter als mit einem Scooter.

E-Scooter dürfen unter gewissen Auflagen auf deutschen Straßen fahren. Dafür benötigen sie jährlich eine neue Versicherungsplakette. Bei Pedelecs ist dies nicht nötig. Es gibt allerdings in beiden Segmen-ten jede Menge Modelle ohne Straßenzulassung – etwa die günstigen und guten Modelle aus China mit Gashebel.

Legale Scooter fangen bei 300 Euro an, können aber auch weit über 1000 Euro kosten. Legale Klapp-räder kann man ab etwa 1000 Euro erwerben. Aber es geht auch für die Hälfte, wenn man ein Elektro-Faltrad aus China ohne Straßenzulassung kauft.

Wer eine klappbare, elektrische Mobilitätslösung sucht, sollte zum Klapprad greifen. Diese sind haltbarer, schneller, sicherer, lässiger, bequemer und ausdauernder – allerdings auch teurer.

(bsc)