Virusinfektion des US-Präsidenten: Twitter will Tweets mit Todeswünschen löschen
Nachdem Donald Trump seine Coronavirus-Infektion auf Twitter bekannt gemacht hat, hagelt es Häme und Todeswünsche. Dagegen will das Unternehmen nun vorgehen.
(Bild: Wachiwit/Shutterstock.com)
Der Kurznachrichtendienst Twitter nimmt die Infektion des US-Präsidenten Trump mit dem Coronavirus zum Anlass, auf die Durchsetzung seiner Regeln hinzuweisen: Tweets, die einer Person den Tod wünschen, will die Plattform löschen. Das teilte die Twitter-Unternehmenskommunikation per Tweet mit und trat dabei zugleich einem Gerücht entgegen, auch die betroffenen Nutzerkonten zu sperren.
Häme und Todeswünsche für Trump
Das Unternehmen verwies auf seine Richtlinien, in denen missbräuchliches Verhalten definiert ist. Darin heißt es, Twitter toleriere keine Inhalte, "die den Wunsch nach Tod, schwerer Körperverletzung oder tödlicher Krankheit gegen eine Person oder eine Gruppe von Menschen äußern, hoffen oder zum Ausdruck bringen". Ausdrücklich verweist der Tweet aber auch darauf, dass mit dem Löschen eines Tweets nicht automatisch eine Kontensperrung verbunden sei.
Präsident Trump hatte am Freitag auf Twitter mitgeteilt, er selbst und seine Frau seien positiv auf das Coronavirus getestet worden; inzwischen ist Trump vorsorglich in ein Militärhospital verlegt worden. Trumps Tweet hatte zahlreiche Antworten erhalten, darunter hämische Kommentare, die ihm etwa seine frühere Verharmlosung der Coronavirusepidemie vorwarfen sowie sein Ableben (in Wort und Bild) herbeiwünschten.
"Bonzenregel" für Politiker-Tweets
Twitter war in der Vergangenheit dafür kritisiert worden, Tweets von Politikern bei Regelverstößen weniger streng zu behandeln als bei anderen Nutzern. Anstatt gleich zu löschen, sollten Politiker-Tweets nur mit einem Hinweis versehen werden. Später lenkte das Unternehmen ein und versprach, die Verbreitung solcher markierten Tweets zumindest technisch etwas zu bremsen. An Trumps eigenen Tweets wiederum hatte Twitter mehrfach Warnhinweise angebracht, weil sie gegen Regeln etwa zum Aufruf zur Gewalt verstießen oder Falschinformationen über eine vermeintlich gefälschte Briefwahl verbreiteten.
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Auch eine Mitarbeiterin von Facebooks Unternehmenskommunikation teilte per Tweet mit, dass das soziale Netzwerk ebenfalls Todeswünsche gegenüber Trump löschen werde, wenn diese in Kommentaren oder Posts auftauchten oder wenn Trump mit entsprechenden Inhalten verlinkt werde.
(tiw)