Rollende Studentenbude
Er riskiert eine reichlich dicke Unterlippe, doch nicht erst seit dem Citroën Berlingo ist bekannt, dass eine Portion Schrulligkeit dem Verkaufserfolg durchaus förderlich sein kann. Wir testen den neuen Fiat Fiorino
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Haar, 11. April 2008 – Er riskiert eine reichlich dicke Unterlippe, doch nicht erst seit dem Citroën Berlingo ist bekannt, dass eine Portion Schrulligkeit dem Verkaufserfolg durchaus förderlich sein kann. Fiat bringt den kompakten Fiorino auf den Markt. Den Transporter wird es im Laufe des Jahres in mehreren Varianten geben. Zunächst starten der Kastenwagen (ohne Seitenscheiben), der einfach nur Fiorino heißt, sowie der Kombi mit Seitenscheiben und Rücksitzbank. Später im Jahr folgt eine „Adventure“-Ausstattung, die sich durch ein höher gelegtes Fahrwerk und einen Rammschutz in der von VW geprägten Cross-Optik auszeichnen. Leider erst im Herbst kommt die für Nichthandwerker interessanteste Variante, der Panorama mit hinterer Sitzbank, Vollverglasung und höherwertiger Innenausstattung. Wir haben den Fiorino bereits als Benziner und Diesel gefahren und im Kombi probegesessen.
Viel Platz für Familie und Hobby
Kein Zweifel: Der Fiorino hat das Zeug zum Kultauto à la Renault 4 oder Citroën 2 CV. Die hatten ihre beste Zeit in den Siebzigern und waren preiswerte, sparsame Autos mit viel Platz, der R4 beliebt bei jungen Familien, die Ente eher bei Studenten. Danach kam nur noch einheitliche Kompaktware in die Autohäuser. Fiat könnte nun an die glorreichen Siebziger anknüpfen, denn der Fiorino ist relativ preiswert, gut ausgestattet und bietet viel Platz – das richtige Auto nicht nur für Handwerker und Lieferdienste, die sich durch enge Städte schlängeln müssen, sondern auch für Familien, Hobbysportler und junge Leute, die keinen Wert auf Status legen: Menschen, denen es reicht, wenn sie nur 160 km/h fahren können, aber ein putziges Autochen mit viel Platz möchten.
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Die Kombi-Variante des Fiat Fiorino besitzt hintere Seitenfenster
Baugleich: Citroën Nemo, Peugeot Bipper
Wenn der Fiorino auch mit den „Minicargo“-Konkurrenten Citroën Nemo und Peugeot Bipper baugleich aus der Fiat-Fabrik Tofas in der Türkei kommt, so ist sich Roberto Kretschmer, Leiter Vertrieb Fiat Professional Deutschland, sicher, dass der Fiat die größten Stückzahlen erreichen wird. Schließlich stünden 791 Händler für Vertrieb und Service sowie 221 exklusive Professional-Verkäufer für die Kundenbetreuung bereit.