Exascale-Supercomputer Aurora wegen Intels Fertigungsproblemen verzögert

Der Supercomputer Frontier mit Epyc-Prozessoren und Radeon-Instinct-Beschleunigern von AMD ist neuer Anwärter für das weltweit erste System der Exascale-Klasse.

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Exascale-Supercomputer Aurora wegen Intels Fertigungsproblemen verzögert

(Bild: Intel / HPE / Argonne National Lab / DoE)

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Intel kann die Hardware fĂĽr den Supercomputer Aurora aufgrund von Fertigungsproblemen nicht rechtzeitig liefern. Aurora sollte eigentlich 2021 ans Netz gehen und der erste Supercomputer mit einer Rechenleistung von 1 FP64-ExaFlops werden. Das Energieministerium der Vereinigten Staaten als Auftraggeber, der Betreiber Argonne National Lab und der Auftragnehmer HPE sehen den Einsatz kommender Xeon-Prozessoren und Xe-GPU-Beschleunigern vor.

Konkret sollen Multi-Chip-GPUs mit Codenamen Ponte Vecchio den Großteil der Rechenleistung stemmen. Deren Vorstellung visierte Intel mit eigener 7-Nanometer-Technik 2021 an, passte die Roadmap wegen einer zu schlechten Chipausbeute jedoch an: Ponte Vecchio entsteht teilweise mit Chips von Auftragsfertigern, vermutlich TSMC. Eine Verzögerung ins Jahr 2022 ist naheliegend.

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Inzwischen hat das US-amerikanische Energieministerium bestätigt, dass Aurora aufgrund von Intels geändertem Fahrplan später als geplant ans Netz geht. Das berichtet die Webseite HPC Wire.

Die Verantwortlichen spielen die Verzögerung herunter: Die Planung neuer Supercomputer beginne Jahre vor dem Bau – mit Budget- und Zeitpolstern. Allerdings ist das nicht die erste Anpassung, die Aurora erfährt. Eigentlich wollte das Argonne National Lab die Server-Farm schon 2018 mit einer Rechenleistung von 180 bis 450 FP64-PetaFlops in Betrieb nehmen. Damals war der Einsatz von Xeon-Phi-Beschleunigern angepeilt, deren Entwicklung Intel Ende 2017 jedoch einstellte.

Besser läuft es bei AMDs Roadmap-Ausführung, dessen Epyc-Prozessoren und Radeon-Instinct-Beschleuniger in zwei weiteren US-Supercomputern landen – beide ebenfalls vom Energieministerium der Vereinigten Staaten in Auftrag gegeben. Frontier mit anvisierten 1,5 FP64-ExaFlops dürfte nun Ende 2021 der erste Supercomputer der Exascale-Klasse werden. Ende 2022, Anfang 2023 folgt El Capitan mit Zen-4-Prozessoren, kommenden Radeon Instincts und mehr als 2 ExaFlops FP64-Rechenleistung.

(mma)