Dampfsperre als WLAN-Abschirmung?

Hilft es, bei der Sanierung eines Hauses eine Dampfsperee an der Außenwand vorzusehen, um die WLAN-Qualität zu verbessern?

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Ich bin dabei, ein altes Gebäude zu sanieren und unter anderem eine Wärmedämmung anzubringen. Ist es sinnvoll, im Sinne einer optimalen WLAN-Qualität eine Dampfsperre an der Außenwand vorzusehen? Sie würde ja fremde WLAN-Signale abschirmen und so den Empfang des eigenen WLAN verbessern.

Eine metallbeschichtete Dampfsperre wird alle Hochfrequenzsignale mehr oder weniger stark zurĂĽckhalten, also nicht nur das WLAN Ihres Nachbarn, sondern etwa auch den Mobilfunk (Notrufe). Von daher sollten Sie sich den Einsatz reiflich ĂĽberlegen.

Wie stark die Dampfsperre HF hemmt, hängt davon ab, wie gut dichtend sie installiert ist: Bei vielen Spalten wird nicht nur mehr Dampf, sondern auch mehr Hochfrequenz durchkommen. Spalten in Metallflächen wirken als Schlitzantennen, sodass sie in einem durch die Schlitzlänge bestimmten Frequenzbereich Energie durchlassen. Der Effekt ist angesichts der gesamten geschirmten Fläche wahrscheinlich vernachlässigbar, aber es kann deshalb sein, dass es – abgesehen von den Fenstern – weitere "Hotspots" in der Wohnung gibt.

Für runde oder quadratische Löcher (Maschendraht) gilt die Faustformel, dass sie Hochfrequenz nennenswert dämpfen, wenn ihr Durchmesser beziehungsweise die Kantenlänge kleiner als ein Zehntel der Wellenlänge ist. Um beispielsweise bis 1000 MHz (0,3 Meter Wellenlänge) zu dämpfen, dürfen die Öffnungen nicht größer als 3 Zentimeter sein. Wenn Sie die 5-GHz-WLANs der Nachbarn draußen halten wollen (die ja dank Wi-Fi 6E in Zukunft bis 6,4, eventuell später bis 7 GHz hochgehen können), müssen die Öffnungen kleiner als 4 Millimeter bleiben. (ea)