Fahrbericht: Porsche 911 Targa 4 PDK
Seit seinem Debüt hat sich das "Sicherheitscabriolet" in seiner ganz eigenen Marktnische etabliert. Wir waren unterwegs in der aktuellen Facelift-Version des 997 mit gläserner Heckklappe, Direkteinspritzung und Doppelkupplungsgetriebe
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Gardone Riviera (Italien), 27. Oktober 2008 – Als "erstes Sicherheits-Cabriolet der Welt" präsentierte Porsche den Urtyp des Porsche Targa auf der IAA 1965. Auch wenn es seither gelungen ist, die Sicherheit von Autos mit komplett versenkbarem Dach zu erhöhen, hat sich der Targa in seiner ganz eigenen Marktnische behauptet. Dabei mussten die ersten Generationen noch ohne großes Glasdach auskommen: Den Anfang des dezenten Frischluftvergnügens machte ein undurchsichtiges Mittelteil zwischen Heckscheibe und Überrollbügel – zunächst aus Stoff, später aus Kunststoff –, das sich herausnehmen ließ. Dagegen glänzt die frisch überarbeitete Version der intern 997 genannten Baureihe mit großem Glas-Schiebedach, spitz nach hinten zulaufenden Seitenscheiben und hochglanzpolierten Aluminiumleisten. Wir haben eine Probefahrt rings um den Gardasee gemacht.
Immer mit Allrad
Dass der aktuelle Targa den breiten Hintern trägt, mit dem alle Allradversionen kommen, macht ihn noch eindrucksvoller, aber auch teuer: Früher lag der Targa preislich zwischen Coupé und Cabriolet, heute ist er mindestens 4000 Euro teurer als das Cabrio, weil man den Allradantrieb ungefragt mitkaufen muss. Porsche sagt dazu, dass von den Vorgängermodellen ohnehin die meisten mit Allrad bestellt wurden und dass es zu aufwendig wäre, zwei Karosserievarianten mit dem Targadach auszustatten. Und da entscheidet sich das Zuffenhausener Unternehmen natürlich für die umsatz- und renditestärkere Variante – ist doch klar.
Fahrbericht: Porsche 911 Targa 4 PDK (19 Bilder)

Erkennungszeichen aller neuen Elfer aus dem Jahr 2008: LED-Leuchtleisten als Tagfahrlicht
0,45 Quadratmeter große Öffnung
Das Glasdach schiebt sich elektrisch einen halben Meter nach hinten,so dass eine 0,45 Quadratmeter große Öffnung entsteht. So kann man damit auch bei kühlerer Witterung offen fahren – die Frischluftsaison ist dadurch jedenfalls einige Wochen länger als beim Cabrio. Neu ist ein blickdichteres Dachrollo. Es deckt die komplette Schiebedachfläche ab und kann unabhängig vom Dach elektrisch bewegt werden. Dabei sorgt es für einen besseren Wärmeschutz bei strahlender Sonne, was sich Kunden aus vorwiegend heißen Ländern gewünscht haben, wo man es im offenen Cabriolet ohnehin kaum aushält. Glasdach und Heckdeckel sind getönt und schützen ebenfalls vor UV-Strahlung und Wärme.
Praktisch: Gläserne Heckklappe
Das praktischste am Targa ist aber die gläserne Heckklappe mit bequemem Zugang zum 230-Liter-Stauraum hinter den Vordersitzen. Das hat diese Elfer-Variante übrigens seit dem Modell 996, während bei dessen Vorgänger, dem letzten luftgekühlten 911 mit dem Werkscode 993, die hintere Scheibe noch fest montiert war. Die Idee zu der gläsernen Heckklappe stammt übrigens von Ferry Porsche persönlich, der dieses Konzept am liebsten bereits in den sechziger Jahren beim Ur-Elfer umgesetzt hätte.