Unterwegs mit einem kleinen Italiener

Mit seinem unverkennbaren und eigenständigen Alfa-Design ist der MiTo eine interessante Alternative zum Mini. Wir haben ausprobiert, ob der fesche kleine Italiener auch in der Praxis überzeugen kann

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  • os
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Hamburg, 28. Oktober 2008 – Alfa macht keinen Hehl daraus, mit dem MiTo den Mini im Visier zu haben, schließlich sahen auch die Italiener die Chance, mit einem Rückgriff auf die eigene Geschichte gutes Geld zu verdienen. Im Grunde hatten sie dabei sogar einen Startvorteil, denn sie konnten auf eine vorhandene Kleinwagenplattform aus dem eigenen Konzern zurückgreifen und sie zielgerichtet aufpeppen, während BMW ein komplett neues Auto entwickeln musste. Es würde dem MiTo auch nicht gerecht, wenn man seinen Namen ironisch als „me too“ interpretieren würde, zu offensichtlich sind die Alfa-Gene, die im Entwurf sichtbar werden.

Lustig war es allemal, wie der Name zustande kam: Zuerst trug das Auto den internen Arbeitstitel „Junior“, dann ließen die Italiener ihre getreuen Anhänger im Internet über den Namen abstimmen. Die Alfisti waren sich einig: Ihre Wahl fiel auf „Furiosa“. Letztendlich kam alles ganz anders und das Modell heißt nun „MiTo“. Der Name setzt sich zusammen aus „Mi“ für Milano (Mailand) – wo das Fahrzeugdesign entwickelt wurde – und „To“ für Torino (Turin), die Stadt, in der der Kleine gebaut wird. Wir sind den MiTo in der kräftigen Dieselvariante 1.6 JTDM 16V gefahren.

Unterwegs mit einem kleinen Italiener (20 Bilder)

Der Alfa MiTo ist der erste Kleinwagen der Italiener.

Optisch haben die Italiener den MiTo stark an den Sportwagen 8C Competizione angelehnt. Vor allem Scheinwerfer, Rückleuchten, Kotflügel sowie Elemente der Frontpartie und der Fensterlinie folgen dem Design des Supersportlers. So sieht der nur 4,06 Meter lange Zwerg eigentlich sehr sportlich aus. Einzig die treu dreinblickenden Scheinwerfer fallen ein wenig aus dem Rahmen, aber schließlich will Alfa ja nicht nur harte Kerle als Kunden für seinen Junior gewinnen. Wenn man dem Freundchen mal direkt ins Gesicht schaut, wirkt er reichlich schüchtern, da scheint eher Nachbars Lumpi darum zu betteln, ausgeführt zu werden.

Spätestens beim gemeinsamen Ausflug um die Ecke wird der MiTo dann doch wieder zum kleinen Beißer: Sein Diesel in unserem Exemplar leistet 120 PS und ein 280 Newtonmeter maximales Drehmoment ziehen schon früh an der Leine. Und auch sonst zeigt sich der MiTo erstaunlich wandlungsfähig: Wie beim Turbobenziner gibt es einen so genannten D.N.A.-Schalter in der Mittelkonsole. Mit ihm kann man über drei Programme auf die Charakteristika von Motor, Getriebe, Lenkung und Fahrwerk Einfluss nehmen.