Frankfurt am Main: Tempo 40 ab Januar in der Innenstadt

Frankfurt am Main muss weitere Maßnahmen ergreifen, um die Schadstoff-Grenzwerte einzuhalten. Nun soll es ein Tempolimit von 40 km/h richten.

vorlesen Druckansicht 447 Kommentare lesen

Ob ein Tempolimit dazu führt, dass wieder mehr Menschen den ÖPNV nutzen, ist ungewiss. Es wäre für eine geringere Schadstoffbelastung der Stadtluft vermutlich aber effektiver.

(Bild: Deutsche Bahn AG / Philipp Trocha)

Lesezeit: 2 Min.
Von

In der Innenstadt von Frankfurt am Main gilt ab dem 1. Januar 2021 ein Tempolimit von 40 km/h. Auf diese Weise sei es voraussichtlich möglich, drohende Fahrverbote zu verhindern, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Das Land Hessen habe die für ein Tempolimit notwendige Genehmigung erteilt.

Im Dezember 2019 hatte der Verwaltungsgerichtshof in Kassel entschieden, dass die Stadt zur Reduzierung von Stickstoffdioxid Fahrverbote in kleinen Zonen oder auf bestimmten Strecken prüfen und umsetzen muss. Das Gericht war damals zu der Überzeugung gelangt, dass die bisher geplanten Vorhaben der Stadt nicht geeignet seien, die Grenzwerte einzuhalten.

Videos by heise

Nach Angaben von Oesterling habe nun aber das geringere Verkehrsaufkommen aufgrund der Pandemie zur Folge, dass weniger Schadstoffe ausgestoßen würden. „Corona hat dazu geführt, dass die Stickoxidwerte in der Stadt gesunken sind“, sagte er. Als Beispiel nannte er die Friedberger Landstraße, in der üblicherweise ein Wert von über 40 Mikrogramm Stickoxid gemessen werde. In den vergangenen Monaten seien es dort durchschnittlich etwas mehr als 30 Mikrogramm Stickoxid gewesen.

Die gesunkenen Werte eröffneten die Chance, drohende Fahrverbote zu vermeiden. Dies allerdings vor allem, wenn ein Tempolimit von 40 km/h in der Innenstadt dafür sorge, dass die Messwerte weiterhin unterhalb des kritischen Wertes von 41 Mikrogramm Stickoxid bleiben. Dass diese Möglichkeit bestehe, gehe aus wissenschaftlichen Untersuchungen hervor. „Ich gehe davon aus, dass die Verkehrsteilnehmer sich an das Tempolimit halten. Die Alternative wären Fahrverbote“, sagte Oesterling.

(mfz)