Das neue Porsche 911 Carrera S Cabriolet

Mit Doppelkupplungsgetriebe und Direkteinspritzung ist die Neuauflage des Porsche 911 noch etwas agiler und sparsamer geworden. Wir haben den schwäbischen Sportler in seiner offensten Form gefahren

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Haar, 7. November 2008 – Wer sich einen Porsche 911 zulegt, erhält einen Sportwagen, der weitgehend unbeeindruckt von allem bleibt, was sich unter ihm auf der Straße abspielt. Trotz aller Härte knirscht und wackelt beim 911er so gut wie nichts, er wirkt wie ein Tresor auf Rädern und vermittelt so ein sehr bodenständiges Gefühl von Sportlichkeit. Selbst das 911 Cabrio steht den geschlossenen Varianten auf schlechter Straße kaum nach. Während bei manch einem Konkurrent das Segelgestänge knirscht und die Karosserie kräftig mitfedert, wahrt der Porsche eisern die Haltung. Schludrigkeit mögen die Schwaben halt ebenso wenig wie Verschwendung und damit sind wir bei den wesentlichen Neuerungen der aktuellen 911er-Generation angelangt. Direkteinspritzung und das neue Doppelkupplungsgetriebe PDK machen den 911er sparsamer und sportlicher zugleich, Ersteres eine Anforderung, der sich auch Porsche nicht mehr entziehen kann.

Der neu entwickelte 3,8-Liter-Motor der stärkeren S-Variante im Heck liefert eine Leistung von 385 PS, das sind immerhin 30 PS mehr als beim Vorgänger. Die Leistungssteigerung ist ebenso wie der gesunkene Verbrauch vor allem der Direkteinspritzung zu verdanken, 10,3 Liter wären es, wenn man dem EU-Zyklus vertrauen dürfte. Wir konnten den Durst des Zuffenhauseners allerdings nicht unter 12,7 Liter drücken, was wieder einmal zeigt, wie praxisfremd der NEFZ ist. Dafür kann der Porsche freilich nichts, der sich im Vergleich zum Wettbewerb gut aus der Affäre zieht. Ein großer Fortschritt ist auf jeden Fall das neue Doppelkupplungsgetriebe PDK: Es vernichtet nicht nur deutlich weniger Energie als ein Automatikgetriebe, es ist zudem praktisch ebenso komfortabel und bietet schließlich auch eine nette Spielerei für ganz Eilige: Dank „Launch Control“ schrumpft der Sprint auf 100 km/h magere 4,7 Sekunden, wenn es denn sein muss. Das geht so: Die Sport Plus-Taste aktivieren, linken Fuß aufs Bremspedal, mit rechts die Drehzahl auf über 6500 Umdrehungen bringen, Fuß von der Bremse und dann gut festhalten. Den Rest erledigt die Elektronik ohne jegliches Quietschen der Reifen. Wer meint, das zu brauchen, bekommt die „Launch Control“ als Teil des Sport Chrono Pakets Plus, das ansonsten so nützliche Zusätze wie Stoppuhr, Performance-Anzeige oder die Schaltstrategie „Rennstrecke“ enthält – mit anderen Worten, entbehrlich für Fahrer des 911 Cabrios, die es in der Regel nicht ganz so eilig haben dürften.

Das neue Porsche 911 Carrera S Cabriolet (27 Bilder)

Das Porsche 911 Carrera S Cabriolet bietet eine Leistung von 385 PS.